Der BZA - Sparte GeflĂŒgel gibt bekannt (Februar 2018)

Nachfolgend informiert die Sparte GeflĂŒgel des Bundeszucht- und Anerkennungsausschusses (BZA) ĂŒber StandardĂ€nderungen, die zum VerstĂ€ndnis des Kontextes und der Zielausrichtung ergĂ€nzende Informationen bedĂŒrfen.

Umbenennung Dt. Wyandotten & Dt. Zwerg-Wyandotten
Auf Europaebene werden in den einzelnen Nationen unterschiedliche Zwerg-Wyandotten-Typen gezĂŒchtet. Der ursprĂŒngliche amerikanische Typ mit kurzen Körpern und spitzen AbschlĂŒssen wird z.B. in den Niederlanden gezĂŒchtet. Über Jahrzehnte hinweg wurde in Deutschland ein Wyandottentyp mit gezogener Steigung, breiten und hufeisenförmigen AbschlĂŒssen geschaffen, der auch in einzelnen anderen LĂ€ndern favorisiert wird. Eine Vereinheitlichung beider Zuchtrichtungen ergĂ€be fĂŒr beide Seiten keine zufriedenstellende Situation.

Deshalb wurde der deutsche BZA seitens der EuropĂ€ischen Standardkommission angeregt, die hiesigen Wyandotten / Zwerge in „Deutsche Wyandotten / Deutsche Zwerg-Wyandotten“ umzubenennen. HierfĂŒr wurden alle betroffenen Sondervereine vom BZA schriftlich kontaktiert, wobei alle der schriftlich eingegangenen Antworten einer Umbenennung zustimmten. Damit erfolgt die Umbennung in Deutsche Wyandotten / Zwerg-Wyandotten. Mit der NamensĂ€nderung kann der deutsche Wyandottentyp beibehalten werden und zugleich ist Deutschland im europĂ€ischen Kontext die standardbestimmende Instanz fĂŒr diese beiden Rassen. Eine NamensĂ€nderung der betroffenen Sondervereine ist aus Sicht des BZA nicht zwingend erforderlich.

Standardgewichte der Deutschen Zwerg-Wyandotten
Festzustellen ist, dass ĂŒber viele Jahre hinweg in einigen Rassen deutlich zu große bzw. zu schwere Tiere anzutreffen waren und diese teils auch hohe Noten erhielten. Diesem Trend wird aktiv gegengewirkt und es sind z.T. deutliche Verbesserungen zu verzeichnen. Von zu hohen Gewichten sind auch die Dt. Zwerg-Wyandotten betroffen. Bei WĂ€gungen in den vergangenen Jahren wurde dies wiederholt bestĂ€tigt. Wichtige Ergebnisse der bei 64 Dt. Zwerg-Wyandotten auf den Bundesschauen 2017 durchgefĂŒhrten WĂ€gungen sind:

  • Keiner der gewogenen HĂ€hne lag annĂ€hernd beim bisherigen Standardgewicht von 1,3 kg. Im Durchschnitt wogen die HĂ€hne 1,83 kg. Der Mittelwert der gewogenen V-HĂ€hne betrug 1,7 kg. 8 der 31 gewogenen HĂ€hne brachten mehr als 2,0 kg auf die Waage.           
  • Mit Ausnahme von 2 Tieren eines Farbenschlags wogen alle geprĂŒften Hennen mehr als die bisherige Vorgabe von 1,1 kg. Im Mittel wogen die Hennen 1,36 kg.
  • Viele der Hennen im korrekten GrĂ¶ĂŸenrahmen und der typischen behĂ€bigen Wyandotten-Eleganz lagen im Gewichtsbereich von 1,2 – 1,3 kg.
  • Es gibt teils deutliche Differenzen im Gewicht der verschiedenen FarbenschlĂ€ge. Einzelne FarbenschlĂ€ge bewegen sich noch merklich oberhalb des Gewollten in Bezug auf GrĂ¶ĂŸe und Gewicht. 
  • Tiere mit ganz offensichtlicher ÜbergrĂ¶ĂŸe und in der Hand unverkennbarem Übergewicht wurden z. T. aber leider nicht immer in der Benotung zurĂŒckgesetzt. Im Extrem erhielt ein 1,0 in Hannover mit 2,72 kg noch die QualitĂ€tsnote sehr gut.
  • Zwischen der subjektiv wahrgenommenen GrĂ¶ĂŸe des Tieres und dem objektiv bestimmten Gewicht gibt es bei einem Teil der Tiere nicht unerhebliche Unterschiede. Brustbemuskelung, Verfettungsgrad und v.a. die Festigkeit des Gefieders sind dabei entscheidende EinflussgrĂ¶ĂŸen. 

Anhand der Ergebnisse wird klar, dass erstens noch immer viele Dt. Zwerg-Wyandotten Probleme mit ÜbergrĂ¶ĂŸe / -gewicht haben. Zweitens wird aber auch klar, dass die bisherigen Standardgewichte (1,3 kg / 1,1 kg) keine realistische Zielvorgabe fĂŒr den heutig gewollten Typ mit ausreichend KörperlĂ€nge und Abschlussbreite darstellen können. Wenn nun aber – wie zwingend erforderlich – weiter an einer Reduzierung der KörpergrĂ¶ĂŸe und dem Gewicht bei vielen Zuchten bzw. Tieren gearbeitet werden soll, dann kann dies nur mit einem realistischen Ziel (Standardgewicht) funktionieren. Deshalb findet, u.a. auf Antrag mehrerer Sondervereine, eine Anpassung der Standardgewichte auf 1.600 g beim Hahn und 1.200 g bei der Henne statt. Dies darf keineswegs als Anpassung an eine fehlerhafte Entwicklung gesehen werden, denn noch immer liegt ein betrĂ€chtlicher Teil der Schautiere oberhalb dieser neu gesetzten Zielwerte. Die alten Vorgaben waren ohne massive Einschnitte in Form und Typ schlichtweg nicht machbar. HĂ€hne mit 1,3 kg wĂŒrden in Form, Typ, gezogenem Anstieg und AbschlussfĂŒlle den jetzigen Forderungen nicht gerecht.   

Die geĂ€nderten Standardgewichte dĂŒrfen keineswegs als Abkehr vom bisherigen Weg der Reduzierung von GrĂ¶ĂŸe und Gewicht verstanden werden – ganz im Gegenteil! Mit den neuen Vorgaben inkl. der gestatteten +/- 10% Toleranz ist ein umsetzbarer Gewichtskorridor gegeben, der nun einzuhalten ist. Durch die Änderung der Gewichte auf 1.600 g beim Hahn wurde den naturgemĂ€ĂŸen Gegebenheiten Folge geleistet, wonach der Hahn um ca. ein Drittel schwerer ist als die Henne (Standardgewicht: 1.200 g). Speziell durch die Sonderrichter gilt es nun noch stĂ€rker auf das richtige Gewicht zu achten.  

Dt. ZwerghĂŒhner: schwarz und gelb
Abweichend zu allen anderen schwarzen HĂŒhnern und ZwerghĂŒhnern zeigen die Deutschen ZwerghĂŒhner im schwarzen Farbenschlag keinen intensiven GrĂŒnglanz sondern ein sog. „samtschwarz“. Bei intensivem Schwarz und weitest gehendem Fehlen von GrĂŒnglanz wirkt dabei v.a. die Henne „samtig“. Bei genauer Betrachtung unter Tageslicht zeigen jedoch auch diese samtschwarzen Hennen einen minimalen GrĂŒnglanz. Um Fehlbewertungen zu verhindern, wird deshalb fortan in der Musterbeschreibung der Henne leichter GrĂŒnglanz gestattet und zugleich GrĂŒnglanz unter den groben Fehlern gestrichen. Zuchtziel bleibt ein Samtschwarz weitestgehend ohne GrĂŒnglanz.

Im Farbenschlag gelb der Deutschen ZwerghĂŒhner erfolgen zugunsten einer stabilen Federstruktur und dem Erreichen der geforderten blaugrauen Lauffarbe Anpassungen in der Farbbeschreibung analog zu anderen Rassen. So sind geringfĂŒgige schwarze oder bronzefarbige Einlagerungen im Schwanzgefieder ebenso wie ein hellgraues Untergefieder gestattet.

Falls drei Wochen nach Veröffentlichung in der GeflĂŒgelzeitung kein begrĂŒndeter Einspruch erfolgt, gelten die BeschlĂŒsse verbindlich fĂŒr den BDRG. Schriftliche EinsprĂŒche sind zu richten an den Obmann der Sparte GeflĂŒgel  Ulrich Freiberger, Im Grund 27, 59174 Kamen.

 

 

BZA Sparte GeflĂŒgel
Ulrich Freiberger,
Stefan Grundmeier,
Dietmar Kleditsch,
Andre Klein,
Ruben Schreiter,
Stefan Wanzel