Beantragung und Durchf├╝hrung von Gefl├╝gelausstellungen

Was muss bei der Beantragung und Durchf├╝hrung von Rassegefl├╝gelausstellung beachtet werden?

Die letzte Schausaison hat gezeigt, dass viele Z├╝chter die Auflagen, die der Gesetzgeber erlassen hat, nicht genau kennen. Daher m├Âchte ich die wichtigsten Punkte aus Sicht des Tierseuchenrechtes erl├Ąutern.

Rassegefl├╝gelausstellungen m├╝ssen im Gegensatz zu Gefl├╝gelm├Ąrkten nicht genehmigt werden, sondern sie sind mindestens 4 Wochen vor dem geplanten Termin schriftlich anzuzeigen. In der Regel bekommt man bei einer Anzeige kein Antwortschreiben und keine Geb├╝hrenrechnung. Die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Auflagen m├╝ssen aber erf├╝llt werden.

Wir m├╝ssen schon bei der Anzeige der Ausstellung zwischen regionalen und ├╝berregionalen Gefl├╝gelausstellungen im Sinne der Gefl├╝gelpestverordnung unterscheiden und dem Amt mitteilen um welche Form es sich handelt. Bei regionalen (lokalen) Ausstellungen kann Gefl├╝gel aus dem Landkreis oder benachbarten Landkreisen ausgestellt werden und es besteht im Gegensatz zu ├╝berregionalen Schauen keine klinische tier├Ąztliche Untersuchungspflicht.

Tauben fallen in der Gefl├╝gelpestverordnung nicht mehr unter den Begriff Gefl├╝gel, da sie bei der Verbreitung der Gefl├╝gelpest keine Rolle spielen. Sie werden gleichbehandelt wie die ├╝brigen V├Âgel, d.h. ├╝berregionale reine Taubenschauen ben├Âtigen keine tier├Ąrztliche Untersuchung vor Beginn der Ausstellung.

Wenn auf einer regionalen Schau (z.B. Kreisschau) eine Sonderschau von Tauben angeschlossen ist, bleibt dies eine regionale Gefl├╝gelausstellung im Sinne der Gefl├╝gelpestverordnung und auch hier ist keine tier├Ąrztliche Untersuchung notwendig.

Werden Tauben oder andere V├Âgel aber auf einer ├╝berregionalen Ausstellung mit H├╝hnern oder Wassergefl├╝gel gezeigt, m├╝ssen auch diese tier├Ąrztlich untersucht werden. Eine Sentineltierhaltung oder virologische Untersuchung bei Enten und G├Ąnse ist f├╝r Rassegefl├╝gelausstellungen prinzipiell nicht vorgesehen, auch wenn dort Zuchttiere verkauft werden.

H├╝hner und Puten m├╝ssen regelm├Ą├čig gegen die Newcastle-Krankheit geimpft werden. Bei Tieren auf Ausstellungen mu├č dies durch eine tier├Ąrztliche Bescheinigung belegt werden. Auf Verlangen der Beh├Ârde m├╝ssen die amtlichen Registriernummern der Aussteller vorgelegt werden k├Ânnen.

Gefl├╝gel, in dessen Herkunftsbestand auf Gefl├╝gel ├╝bertragbare Krankheiten herrschen oder deren Ausbruch zu bef├╝rchten ist, oder in dessen Herkunftsort Gefl├╝gelcholera, Gefl├╝gelpest oder Newcastle-Krankheit herrschen, sowie Gefl├╝gel aus Maul- und Klauenseuchen-Beobachtungsgebieten, darf nicht auf die Veranstaltung gebracht werden.

Die auf Ausstellungen verwendeten K├Ąfige und Ger├Ątschaften, sowie die Ausstellungshalle sind nach Abschluss der Ausstellung gr├╝ndlich zu reinigen und desinfizieren.

Wenn es aus Gr├╝nden der Tierseuchenbek├Ąmpfung notwendig ist, z.B. bei Ausbr├╝chen von Vogelgrippe, k├Ânnen die Auflagen durch die zust├Ąndigen Beh├Ârden versch├Ąrft werden.

F├╝r die Unterscheidung, ob es sich um eine Rassegefl├╝gelausstellung, oder einen Gefl├╝gelmarkt handelt, ist nicht entscheidend, ob Tiere verkauft werden!

Eine Gefl├╝gelausstellung wird lt. Bundesministerium f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wie folgt definiert:

  • Die Ansammlung/Zusammenziehung einer Vielzahl lebender V├Âgel des Gefl├╝gels (Zuchttiere oder Nachzuchten, die als sp├Ątere Zuchttiere Verwendung finden sollen) unterschiedlicher Herkunft auf Veranstaltungen von Zuchtverb├Ąnden/Zuchtorganisationen (Ausstellungen, Leistungspr├╝fungen oder Wettbewerb) zum Zwecke der Zurschaustellung
  • F├╝r die Ausstellung und Bewertung der Tiere sind ausschlie├člich z├╝chterische Gesichtspunkte ma├čgebend.
  • Die Tiere sind mit einem geschlossenem Ring gekennzeichnet.
  • Der Verkauf oder Tausch einzelner Tiere an nachweislich registrierte Gefl├╝gelhalter ist m├Âglich, sofern diese Tiere vorher ausgestellt bzw. bewertet wurden.
  • Eine tierschutzrechtliche Genehmigung ist nicht erforderlich, da die Gewerbsm├Ą├čigkeit dieserVeranstaltung i.d.R. nicht gegeben ist.

 

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Dr. Michael G├Âtz
Beauftragter f├╝r Tier- und Artenschutz im BDRG