Jahresbericht 2017

Im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr hat es in der personellen Zusammensetzung des Bundes-Zucht- und Anerkennungsausschusses (BZA)  VerĂ€nderungen gegeben.  FĂŒr Werner Vogel von der Sparte GeflĂŒgel, der aus gesundheitlichen seinen RĂŒcktritt erklĂ€rte, wurde Ruben Schreiter  in der Gesamtvorstandssitzung des BDRG am 6.4.2017 in Altötting neu berufen. Gleichzeitig ist Ruben Schreiter auch der Vertreter des VZV im BZA. In der Sparte Tauben hat  Reiner Wolf  seinen TĂ€tigkeit als Obmann, nach ĂŒber 20 Jahren aus AltergrĂŒnden zum 31.12.2017 beendet. Als Mitarbeiter der Sparte Tauben wird er dankenswerter Weise weiterhin mit seinem großen Fachwissen und internationalen Kontakten zur VerfĂŒgung stehen. Seine TĂ€tigkeit in der ESKT wird er weiterhin ausfĂŒhren. Neuer Obmann der Sparte Taube ist Ronald Bube.  Auch in den kommenden Jahr werden mehrere BZA-Mitglieder aus AltersgrĂŒnden aus diesem Gremium ausscheiden, sodass die BZA-Sparten bereits jetzt mit Zustimmung des PrĂ€sidiums zu ihren Sitzungen jĂŒngere Preisrichter einladen, um diese in den Aufgabenbereich des BZA einzufĂŒhren.    

In der abgelaufenen Ausstellungssaison konnten erfreulicherweise alle Großschauen durchgefĂŒhrt werden, wobei alle berufenen Mitglieder des BZA  fĂŒr die Bewertung von NeuzĂŒchtungen ( Sichtungs- und Vorstellungsverfahren ) auf den dafĂŒr vorgesehenen Bundesschauen  der Deutschen  JunggeflĂŒgelschau in Hannover, gemeinsame Verbandsschauen des VHGW und des VZV ,  der Lipsisaschau mit VDT-Schau in Leipzig sowie der Bundessiegerschau in Erfurt, zur VerfĂŒgung standen. Die Basis fĂŒr die Arbeit des BZA, sowie den Aufgabenbereich desselben bilden die AAB XIII. 1-4 und die im Satzungsordner abgedruckte GeschĂ€ftsordnung des BZA.  Neue Rassen und FarbenschlĂ€ge aus dem Ausland werden weiterhin in nicht unerheblichem Umfang von den ZĂŒchtern importiert, die diese in ihren HeimatlĂ€ndern kennen gelernt haben, und diese dann im Rahmen eines Anerkennungsverfahren in Deutschland vorstellen. Eine automatische Anerkennung wird es auch in Zukunft nicht geben, wie dies von manchen ZĂŒchtern schon mal ins GesprĂ€ch gebracht worden ist. UnabhĂ€ngig davon werden aber weiterhin in nicht unerheblichem Umfang AntrĂ€ge auf Anerkennung von Rassen oder neuen FarbenschlĂ€gen gestellt, ohne dass dafĂŒr in Deutschland eine ausreichende Zuchtbasis besteht. Ein Vergleich mit den in den einzelnen Standards aufgefĂŒhrten FarbenschlĂ€gen zeigt, dass viele FarbenschlĂ€ge und Rassen nach der Anerkennung nur ein MauerblĂŒmchendasein fristen. Auf der Basis der unterschiedlichen EuropĂ€ischen Standards entstehen mit Zustimmung der Standardkommissionen der EE weiterhin EuropĂ€ische Standardwerke, die als Europastandard vereinheitlicht sind und deren Inhalt dann auch verbindlich fĂŒr die in den einzelnen LĂ€ndern in der Heimatsprache gedruckten Standards sind. Gewisse Unterschiede in der Auslegung der Standards wird es aber auch in Zukunft geben, da in einzelnen LĂ€ndern der Typ einer Rasse im Vordergrund steht, wobei dann Farbe und Zeichnung nur eine untergeordnete Rolle spielen, auf die aber in Deutschland auch weiterhin besonderer Wert gelegt wird. Eine Anerkennung ist in erster Linie von der DurchzĂŒchtung und QualitĂ€t der Tiere abhĂ€ngig. Sie erfolgt bei neuen Rassen oder bei FarbenschlĂ€gen, Zeichnungsarten oder spezifischen Merkmalen, die noch bei keiner standardisierten Rasse vorhanden sind, unabhĂ€ngig von der Dauer des Vorstellungsverfahrens. Spezifische Rassemerkmale können nach eingehender, fachlichen PrĂŒfung im Ermessen des BZA gleichzeitig mit der NeuzĂŒchtung eines Farbenschlags oder Scheckungs- bzw. Zeichnungsmusters ohne Vorstellungsverfahren anerkannt werden, wenn diese bei den anerkannten FarbenschlĂ€gen oder Scheckungs- bzw. Zeichnungsmuster der gleichen Rasse bereits anerkannt sind. Vereinzelt wurden auch Rassen oder FarbenschlĂ€ge aus dem Anerkennungsverfahren gestrichen, damit dem ZĂŒchter frĂŒhzeitig klar wird, dass auch in Zukunft die von ihm angestrebte Anerkennung nicht realistisch ist. Auch die Tendenz, im Ausland anerkannte Rassen und Farben auch in Deutschland zur Anerkennung zu bringen, ohne dass dafĂŒr in Deutschland eine ausreichende Zuchtbasis besteht, muss weiterhin kritisch hinterfragt werden.    

Umbenennung Dt. Wyandotten & Dt. Zwerg-Wyandotten
Auf Europaebene werden in den einzelnen Nationen unterschiedliche Zwerg-Wyandotten-Typen gezĂŒchtet. Der ursprĂŒngliche amerikanische Typ mit kurzen Körpern und spitzen AbschlĂŒssen wird z.B. in den Niederlanden gezĂŒchtet. Über Jahrzehnte hinweg wurde in Deutschland ein Wyandottentyp mit gezogener Steigung, breiten und hufeisenförmigen AbschlĂŒssen geschaffen, der auch in einzelnen anderen LĂ€ndern favorisiert wird. Eine Vereinheitlichung beider Zuchtrichtungen ergĂ€be fĂŒr beide Seiten keine zufriedenstellende Situation.

Deshalb wurde der deutsche BZA seitens der EuropĂ€ischen Standardkommission angeregt, die hiesigen Wyandotten / Zwerge in „Deutsche Wyandotten / Deutsche Zwerg-Wyandotten“ umzubenennen. HierfĂŒr wurden alle betroffenen Sondervereine vom BZA schriftlich kontaktiert, wobei alle der schriftlich eingegangenen Antworten einer Umbenennung zustimmten. Damit erfolgt die Umbennung in Deutsche Wyandotten / Zwerg-Wyandotten. Mit der NamensĂ€nderung kann der deutsche Wyandottentyp beibehalten werden und zugleich ist Deutschland im europĂ€ischen Kontext die standardbestimmende Instanz fĂŒr diese beiden Rassen. Eine NamensĂ€nderung der betroffenen Sondervereine ist aus Sicht des BZA nicht zwingend erforderlich.    

Standardgewichte der Deutschen Zwerg-Wyandotten
Festzustellen ist, dass ĂŒber viele Jahre hinweg in einigen Rassen deutlich zu große bzw. zu schwere Tiere anzutreffen waren und diese teils auch hohe Noten erhielten. Diesem Trend wird aktiv gegengewirkt und es sind z.T. deutliche Verbesserungen zu verzeichnen. Von zu hohen Gewichten sind auch die Dt. Zwerg-Wyandotten betroffen. Bei WĂ€gungen in den vergangenen Jahren wurde dies wiederholt bestĂ€tigt. Wichtige Ergebnisse der bei 64 Dt. Zwerg-Wyandotten auf den Bundesschauen 2017 durchgefĂŒhrten WĂ€gungen sind: Keiner der gewogenen HĂ€hne lag annĂ€hernd beim bisherigen Standardgewicht von 1,3 kg. Im Durchschnitt wogen die HĂ€hne 1,83 kg. Der Mittelwert der gewogenen V-HĂ€hne betrug 1,7 kg. 8 der 31 gewogenen HĂ€hne brachten mehr als 2,0 kg auf die Waage.           

Mit Ausnahme von 2 Tieren eines Farbenschlags wogen alle geprĂŒften Hennen mehr als die bisherige Vorgabe von 1,1 kg. Im Mittel wogen die Hennen 1,36 kg.

Viele der Hennen im korrekten GrĂ¶ĂŸenrahmen und der typischen behĂ€bigen Wyandotten-Eleganz lagen im Gewichtsbereich von 1,2 – 1,3 kg.

Es gibt teils deutliche Differenzen im Gewicht der verschiedenen FarbenschlĂ€ge. Einzelne FarbenschlĂ€ge bewegen sich noch merklich oberhalb des Gewollten in Bezug auf GrĂ¶ĂŸe und Gewicht.  Tiere mit ganz offensichtlicher ÜbergrĂ¶ĂŸe und in der Hand unverkennbarem Übergewicht wurden z. T. aber leider nicht immer in der Benotung zurĂŒckgesetzt. Im Extrem erhielt ein 1,0 in Hannover mit 2,72 kg noch die QualitĂ€tsnote sehr gut.

Zwischen der subjektiv wahrgenommenen GrĂ¶ĂŸe des Tieres und dem objektiv bestimmten Gewicht gibt es bei einem Teil der Tiere nicht unerhebliche Unterschiede. Brustbemuskelung, Verfettungsgrad und v.a. die Festigkeit des Gefieders sind dabei entscheidende EinflussgrĂ¶ĂŸen.  Anhand der Ergebnisse wird klar, dass erstens noch immer viele Dt. Zwerg-Wyandotten Probleme mit ÜbergrĂ¶ĂŸe / -gewicht haben. Zweitens wird aber auch klar, dass die bisherigen Standardgewichte (1,3 kg / 1,1 kg) keine realistische Zielvorgabe fĂŒr den heutig gewollten Typ mit ausreichend KörperlĂ€nge und Abschlussbreite darstellen können. Wenn nun aber – wie zwingend erforderlich – weiter an einer Reduzierung der KörpergrĂ¶ĂŸe und dem Gewicht bei vielen Zuchten bzw. Tieren gearbeitet werden soll, dann kann dies nur mit einem realistischen Ziel (Standardgewicht) funktionieren. Deshalb findet, u.a. auf Antrag mehrerer Sondervereine, eine Anpassung der Standardgewichte auf 1.600 g beim Hahn und 1.200 g bei der Henne statt. Dies darf keineswegs als Anpassung an eine fehlerhafte Entwicklung gesehen werden, denn noch immer liegt ein betrĂ€chtlicher Teil der Schautiere oberhalb dieser neu gesetzten Zielwerte. Die alten Vorgaben waren ohne massive Einschnitte in Form und Typ schlichtweg nicht machbar. HĂ€hne mit 1,3 kg wĂŒrden in Form, Typ, gezogenem Anstieg und AbschlussfĂŒlle den jetzigen Forderungen nicht gerecht.     

Die geĂ€nderten Standardgewichte dĂŒrfen keineswegs als Abkehr vom bisherigen Weg der Reduzierung von GrĂ¶ĂŸe und Gewicht verstanden werden – ganz im Gegenteil! Mit den neuen Vorgaben inkl. der gestatteten +/- 10% Toleranz ist ein umsetzbarer Gewichtskorridor gegeben, der nun einzuhalten ist. Durch die Änderung der Gewichte auf 1.600 g beim Hahn wurde den naturgemĂ€ĂŸen Gegebenheiten Folge geleistet, wonach der Hahn um ca. ein Drittel schwerer ist als die Henne (Standardgewicht: 1.200 g). Speziell durch die Sonderrichter gilt es nun noch stĂ€rker auf das richtige Gewicht zu achten.      

Dt. ZwerghĂŒhner: schwarz und gelb
Abweichend zu allen anderen schwarzen HĂŒhnern und ZwerghĂŒhnern zeigen die Deutschen ZwerghĂŒhner im schwarzen Farbenschlag keinen intensiven GrĂŒnglanz sondern ein sog. „samtschwarz“. Bei intensivem Schwarz und weitest gehendem Fehlen von GrĂŒnglanz wirkt dabei v.a. die Henne „samtig“. Bei genauer Betrachtung unter Tageslicht zeigen jedoch auch diese samtschwarzen Hennen einen minimalen GrĂŒnglanz. Um Fehlbewertungen zu verhindern, wird deshalb fortan in der Musterbeschreibung der Henne leichter GrĂŒnglanz gestattet und zugleich GrĂŒnglanz unter den groben Fehlern gestrichen. Zuchtziel bleibt ein Samtschwarz weitestgehend ohne GrĂŒnglanz.

Im Farbenschlag gelb der Deutschen ZwerghĂŒhner erfolgen zugunsten einer stabilen Federstruktur und dem Erreichen der geforderten blaugrauen Lauffarbe Anpassungen in der Farbbeschreibung analog zu anderen Rassen. So sind geringfĂŒgige schwarze oder bronzefarbige Einlagerungen im Schwanzgefieder ebenso wie ein hellgraues Untergefieder gestattet.    

Nach Abschluss des Anerkennungsverfahrens von NeuzĂŒchtungen in den Abteilungen Vorstellung/Sichtung in der Ausstellungssaison 2017 hat der BZA, Sparte GeflĂŒgel, in seiner Sitzung am 15.12.2017 in Erfurt folgende BeschlĂŒsse gefasst:  

Es werden nachstehende NeuzĂŒchtungen anerkannt:

  • Euganeische Puten, bronze 
  • Mecklenburger GĂ€nse, buff
  • Toulouser GĂ€nse, buff
  • Warzenenten, Schecken perlgrau
  • EulenbarthĂŒhner, chamois-perlgraugetupft
  • RheinlĂ€nder, kennfarbig
  • Watermaalsche Bartzwerge, weiß-wachtelfarbig
  • DĂ€nische Zwerg-LandhĂŒhner, rebhuhnhalsig
  • Zwerg-SeidenhĂŒhner, splash
  • Japanische Legewachteln, silber-wildfarbig  

Es werden nachstehende NeuzĂŒchtungen nach der Sichtung zum Vorstellungsverfahren zugelassen:

  • Hochbrutflugenten, grobgescheckt blau-wildfarbig
  • Zwergenten, grobgescheckt-blau
  • Bantam, gelb-blaucolumbia
  • Antwerpener Bartzwerge, orangehalsig
  • HollĂ€ndische ZwerghĂŒhner, dun-silberhalsig
  • Zwerg-Dresdner, braun-blaugezeichnet
  • Zwerg-Sulmtaler, weiß
  • Deutsche Zwerg-ReichshĂŒhner, kennsperber
  • Appenzeller Zwergspitzhauben, chamois-weißgetupft
  • Japanische Legewachteln, blau-wildfarbig

Nach Abschluss des Anerkennungsverfahrens von NeuzĂŒchtungen in den Abteilungen Vorstellung/Sichtung in der Ausstellungssaison 2017 hat der BZA, Sparte Tauben, in seinen Sitzungen am 1.Dezember 2017 in Leipzig und am 15. Dezember 2017 in Erfurt folgende BeschlĂŒsse gefasst: Sparte Tauben (Beschluss 1.12.2017 und 15.12. 2017)

Nachstehende NeuzĂŒchtungen werden anerkannt:

  • Altdeutsche Mövchen, dun
  • Wiener TĂŒmmler, rotfahl mit Binden

Nachstehende NeuzĂŒchtungen verbleiben in der Abteilung „NeuzĂŒchtungen zur Sichtung“:

  • Giant Homer, andalusierfarbig reinerbig
  • Modena Schietti, blau mit bronze Binden milky und blau-bronzegehĂ€mmert milky
  • Altdeutsche Pfautauben, weiß
  • Nachstehende NeuzĂŒchtungen verbleiben im Vorstellungsverfahren:
  • Briver Farbenköpfe, blaugemasert
  • Beneschauer Tauben, schwarzgetigert
  • Giant Homer, vielfarbig und silbersprenkel
  • Deutsche Schautauben, andalusierfarbig, indigo-gehĂ€mmert und vielfarbig
  • LĂŒtticher Brieftaube, rotfahl mit Binden
  • Ungarische Schautauben, blau mit schwarzen Binden und gelbfahl mit Binden
  • Deutsche Modeneser Schietti, blaufahl-schimmel mit dunklen Binden
  • Pommersche Kröpfer, blau-dunkelgehĂ€mmert
  • BrĂŒnner Kröpfer, dunkelgeherzt
  • Essenbacher Kröpfer mit Rundhaube, blau mit schwarzen Binden
  • MĂŒnsterlĂ€nder Feldtauben, blau-gehĂ€mmert
  • ThĂŒringer Schildtauben, blaufahl mit Sulfurbinden
  • Deutsche Schnabelkuppige Trommeltauben, rotfahl-schimmel
  • Arabische Trommeltauben, rotfahl-gehĂ€mmert
  • Altorientalische Mövchen Blondinetten mit Spiegelschwanz, blau mit weißen Binden, rot-geschuppt und blau-geschuppt
  • Altorientalische Mövchen Blondinetten mit gesĂ€umten Schwanz, schwarz-gesĂ€umt
  • Rostocker TĂŒmmler, Weißschlag-Weißschwanz blau mit schwarzen Binden
  • Königsberger Farbenköpfe mit Haube, belatscht, blaufahl
  • Bakuer TĂŒmmler ohne Haube, schwarzschwĂ€nzig, rotschwĂ€nzig und gelbschwĂ€nzig
  • Serbischer Hochflieger, weiß und blau mit schwarzen Binden

Nachstehende NeuzĂŒchtungen werden aus dem Vorstellungsverfahren gestrichen:

  • Katalanische TĂŒmmler, vielfarbig und KomplementĂ€rfarben (Antrag zurĂŒck gezogen)
  • NiederlĂ€ndische Hochflieger, vielfarbig und KomplementĂ€rfarben (Antrag zurĂŒck gezogen

Alle nicht genannten NeuzĂŒchtungen mĂŒssen weiter in der Sichtung oder im Vorstellungsverfahren ausgestellt werden.

Die gefassten BeschlĂŒsse werden zugleich den europĂ€ischen Standard-Kommissionen ĂŒbermittelt, sodass diese fĂŒr ihre nĂ€chsten Sitzungen ĂŒber den aktuellen Stand der Anerkennung neuer Rassen oder FarbenschlĂ€ge in Deutschland informiert sind. Außerdem wird der Druck der ErgĂ€nzungsblĂ€tter fĂŒr die Standardwerke frĂŒhzeitig vorbereitet, damit diese termingerecht bei den Preisrichtern und interessierten ZĂŒchtern zur VerfĂŒgung stehen.
Wie immer soll auch hier auf die Bedeutung der Sichtungsklasse verwiesen werden, die es dem ZĂŒchter ermöglicht, mit einer geringeren Tierzahl den Zuchtstand seiner neuen Rasse / Farbenschlag zu prĂ€sentieren. Bei Beachtung der Hinweise des BZA in der Fachpresse wird dann deutlich gemacht, ob das angestrebte Zuchtziel schon erreicht ist, oder ob es noch sinnvoll erscheint, durch weitere Zuchtarbeit den Zuchtstand zu verbessern. Alttiere gehören nicht in die Sichtungsklasse! Die Sichtungsklasse bewĂ€hrt sich auch bei der PrĂ€sentation von unbekannten auslĂ€ndischen Rassen, da hier erstmals geprĂŒft werden kann, ob eine eventuelle spĂ€tere Anerkennung nicht zu Verwechslungen mit bereits in Deutschland anerkannten Rassen oder FarbenschlĂ€gen fĂŒhren kann. Auch VerstĂ¶ĂŸe gegen tierschutzrelevante Entartungen können dabei frĂŒhzeitig erkannt werden, die auf alle FĂ€lle eine Anerkennung einer auslĂ€ndischen Rasse in Deutschland unmöglich machen wĂŒrden. Rassen und FarbenschlĂ€ge können fĂŒr das Vorstellungsverfahren nur ĂŒbernommen werden, wenn zuvor termingerecht ein entsprechender Antrag beim BZA gestellt wurde. Alle anderen Rassen und FarbenschlĂ€ge gelangen nur in das Sichtungsverfahren, wobei die Bestimmungen der AAB hinsichtlich der zu prĂ€sentierenden Tierzahlen zu beachten sind.

AOC-Klasse
Das Ausstellen bzw. die Meldung von Tieren in derAOC-Klasse ist in der AAB eindeutig geregelt und von Ausstellern, Preisrichter und den Ausstellungsleitungen einzuhalten! Desöfteren wurde dies in den letzten Ausstellungsperioden nicht, wie dort vorgegeben, ausgefĂŒhrt. Eine AOC-Klasse kann bei allen Rassen, außer ZiergeflĂŒgel, auf der Nationalen Bundessiegerschau, der Lipsia-Schau, der Deutschen JunggeflĂŒgelschau, den Fachverbandsschauen und auf Hauptsonderschauen, Sonderschauen und Gruppensonderschauen hinter der jeweiligen Rasse angeschlossen werden. In dieser Klasse dĂŒrfen Tiere mit in dieser Rasse nicht standardisierten FarbenschlĂ€gen oder Merkmalen ausgestellt werden, sofern diese bei anderen Rassen zugelassen sind. Die Bewertung erfolgt durch die bei dieser Rasse eingesetzten Preisrichter, wobei besonderer Wert auf die rassetypischen Merkmale zu legen ist.
Ausgeschlossen ist das Ausstellen von Tieren in der AOC-Klasse, die vom Rassestandard abweichende Zeichnungen, Zeichnungs- oder Scheckungsmuster aufweisen.
Diese gelten als Fehlfarben und sind mit „n.a.“ zu bewerten. Bei der Meldung von Tieren fĂŒr die AOC-Klasse ist die Rasse mit der Bezeichnung „AOC“ und dem in Anspruch genommenen Farbenschlag zu versehen. Tiere in der AOC-Klasse erhalten anteilig Preise, jedoch keine Bundespreise. FĂŒr sie ist das volle Standgeld zu zahlen. Der BZA bittet in Zukunft wieder verstĂ€rkt um Beachtung.

Bedanken möchte ich mich bei den Kollegen des BZA und den Spartenvorsitzenden Uli Freiberger (GeflĂŒgel) und Reiner Wolf und Ronald Bube (Tauben) sowie den Mitarbeiter der einzelnen Sparten, welche mir bei meinen Aufgaben die notwendige UnterstĂŒtzung entgegengebracht haben, damit alle Anfragen aus der ZĂŒchterwelt zeitnah beschieden werden konnten. Die Fachpresse ist dankenswerterweise auf alle TerminwĂŒnsche eingegangen, und hat alle Bekanntmachungen des BZA termingerecht veröffentlicht. Viele Informationen finden sich auch auf den Webseiten des BDRG und der EE.

Diskussionen mit dem PrĂ€sidium wurden in reger und sachlicher Weise gefĂŒhrt, wobei ich diesem Gremium, an ihrer Spitze PrĂ€sident Christoph GĂŒnzel fĂŒr die gute und verstĂ€ndnisvolle Zusammenarbeit danken möchte.

 

Heinrich Wenzel
Vorsitzender des BZA