Strategie des BDRG zum Umgang mit der Vogelgrippe

Wie bereits in unseren Veröffentlichungen der letzten Wochen, möchten wir hiermit nochmals deutlich machen wie der BDRG in den letzten Wochen seit Ausbruch der Vogelgrippe H5N8 tÀtig geworden ist.

Liebe Zuchtfreundinnen und Zuchtfreunde,  

ZunĂ€chst ist es so, dass die Kommunikation seitens des BDRG stets durch fachliche HintergrĂŒnde in veterinĂ€rtechnischer Sicht durch Dr. Michael Götz und in Rechtsangelegenheiten durch Rechtsanwalt (ReA) Horst Schevel.

In den Telefonkonferenzen des Ministeriums und auch in vielen weiteren ungezĂ€hlten Telefonaten haben wir stets unsere Sicht und unseren Standpunkt vertreten. Die GesprĂ€che mit den Behörden werden sowohl vom Tierschutzbeauftragten, als auch vom den PrĂ€sidiumsmitgliedern gefĂŒhrt. Ein GesprĂ€ch unseres Verbandes mit dem Bundesminister soll Anfang des nĂ€chsten Jahres stattfinden.

Im Zuge der Aufstallungsanordnung wurden durch den BDRG die Formulare zu Ausnahmegenehmigungen erstellt und leicht auf der bekannten Internetseite verfĂŒgbar gemacht. Den möglichen Klageweg haben wir in den einzelnen FĂ€llen geprĂŒft und mit unseren Rechtsberatern besprochen. Es ist festzustellen, dass es keine Aussicht auf Erfolg verspricht, gegen die Aufstallung zu klagen, wenn sich der ZĂŒchter in einem Beobachtungsgebiet bzw. Risikogebiet befindet. Aktuell wurde die Ausnahme allerdings auch ZĂŒchtern in freien Gebieten verwehrt, wobei hier auch von unserer Seite nach PrĂŒfung der UmstĂ€nde und schriftlichem Vorliegen aller Dokumente der Rechtsweg beschritten werden soll. Hier kann es uns gelingen, die so notwendigen PrĂ€zedenzfĂ€lle zu schaffen, die bei weiteren GesprĂ€chen oder Klagen herangezogen werden können.  

In GesprĂ€chen mit dem Friedrich Löffler Institut (FLI) haben wir deutlich die Probleme der Umsetzung der Aufstallung als auch das Problem der falsch beprobten Tauben und der daraus resultierenden Entscheidung zu den Tauben angefĂŒhrt. Hierzu wurde mit dem FLI vereinbart die Fragen die den Landes- und FachverbĂ€nden unter den NĂ€geln brennen, auf unkomplizierte Weise zu senden. Es wird dann in Zusammenarbeit mit dem WGH, dem Bundesministerium und dem FLI eine Veröffentlichung mit den wichtigsten Fragen (FAQ) geben, die dann auch stĂ€ndig erweitert werden kann. Zudem werden wir in einer Handreichung auch Zuchtfreunden ohne Internet diese Informationen zukommen zu lassen.   

Gerade die föderalistische Gestaltung der einzelnen VeterinĂ€rĂ€mter macht es uns als bundesweit agierendem Verband schwierig allen Zuchtfreundinnen und Zuchtfreunden die speziellen Situationen und Entscheidungen schnell und klar zu prĂ€sentieren. Hier sind wir in erster Linie auf die Informationen der LandesverbĂ€nde angewiesen, da diese ĂŒber den jeweiligen Landestierarzt am ehesten den Kontakt haben und schnell wissen, was bezĂŒglich von Aufstallungen und Ausstellungen bzw. deren Verboten entschieden wird oder wurde. Zudem ist es wichtig die nötigen Unterlagen und eventuellen Ablehnungen von Ausnahmen schriftlich zur PrĂŒfung zu erhalten, was von den einzelnen LandesverbĂ€nden geleistet werden muss, sodass wir in GesprĂ€chen die Vergabepraxis kritisch hinterfragen als auch Einzelklagen fĂŒhren können. Die so oft erwĂ€hnte fehlende Lobby unseres Verbandes kann so nicht hingenommen werden. Wichtige Mitteilungen und Informationen werden ĂŒber einen professionellen Presseverteiler an alle Zeitungen und Medien sowohl Offline als auch Online weitergegeben. Als zentrale Anlaufstelle kann hier auch unser WGH aufgefĂŒhrt werden, der durch die fachkundigen Aussagen des wissenschaftlichen Personals auch fĂŒr Gehör sorgt. Die Termine bei Ministerien und Forschungsanstalten werden stets durch uns wahrgenommen und wir haben durch unsere sachlichen Argumente auch ohne Krisensituationen bei allen fĂŒr uns zustĂ€ndigen Stellen unsere Ansprechpartner auf Augenhöhe. Die Terminfindung in der aktuellen Situation wurde sofort gesucht und wie bereits erwĂ€hnt sind wir in wichtigen Konferenzen und KrisenstĂ€ben auch mit Sitz und Stimme vertreten. Hier kann und muss auch erwĂ€hnt werden, dass auch seitens der WirtschaftsgeflĂŒgelzucht unsere Argumente gehört und beachtet werden. Die bisher nicht umgesetzte bundesweite Stallpflicht ist sicherlich nur ein schwacher Trost aber unser Einfluss hat hier auch einige hohe EntscheidungstrĂ€ger zum Umdenken bewogen.  

Zudem wurde ein Beirat fĂŒr Seuchen gebildet, dem folgende Mitglieder angehören:

Dr. Martin Linde
Tierarzt

Dr. Markus Freick
Tierarzt

Peter Jahn
Journalist

Dr. Ralf DĂŒrrwald
Virologe

Frau Dr. Heenemann
Virologin

Dr. Michael Götz
Beauftragter fĂŒr Tier- und Artenschutz

Christoph GĂŒnzel
PrÀsident des BDRG

 

Dieser wird unverzĂŒglich seine Arbeit aufnehmen und zu den entsprechenden Anregungen aus der ZĂŒchterschaft und des BDRG weiter forcieren. Entsprechende Ergebnisse werden dann veröffentlicht.  

Es ist wichtig noch mehr Transparenz in unsere Anstrengungen und BemĂŒhungen fĂŒr unsere gemeinsame Sache zu bringen. Anfang des Jahres werden wir ein Konzept fĂŒr die Maßnahmen vorstellen, damit wir solch heftige Auflagen und Ausstellungsverbote nicht mehr bekommen. Hierbei sind wir auf die Zusammenarbeit mit den Landes- und FachverbĂ€nden angewiesen.  

Gerne wollen wir mit Ihnen zum Wohle der gemeinsamen RassegeflĂŒgelzucht als Bewahrung von Kulturerbe und sinnvolle FreizeitbeschĂ€ftigung alles fĂŒr den Erhalt tun.  

Steffen Kraus
Beauftragter fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit im BDRG