Treffen am 28. und 29. Juni 2017 beim Bundesministerium f├╝r Ern├Ąhrung und Landwirtschaft in Bonn

Es bewegt sich was in unserem Sinne, wenn es auf h├Âchster Ebene um die Vogelgrippe und ein Schadensverhinderungskonzept geht

Vor allem ist festzustellen, die Gefl├╝gelwirtschaft geht auf die Rassegefl├╝gelz├╝chter zu und w├╝nscht den Schulterschluss, denn die Aufstallung hat auch f├╝r die G├Ąnse-, Enten- und Freilandh├╝hnerhalter gr├Â├čte Probleme gebracht.

Dr. Michael G├Âtz vertrat die Positionen des Bundes deutscher Rassegefl├╝gelz├╝chter. Seinen Vortrag finden Sie hier.

Nach Fachvortr├Ągen und l├Ąngerer Diskussion verst├Ąndigen sich die Teilnehmer (Vertreter des Bundesministeriums f├╝r Ern├Ąhrung und Landwirtschaft, der Wissenschaft, der L├Ąnder, der Zoos und Tierparks, des Wirtschaftsgefl├╝gels und Rassegefl├╝gels) beim Erfahrungsaustausch ├╝ber das Gefl├╝gelpestgeschehen auf folgende vier Punkte.

1) Vereinheitlichung der Ma├čnahmen und risikobasiertes Vorgehen

F├╝r die Rassegefl├╝gelz├╝chter fordert Dr. Michael G├Âtz, sollte es notwendig werden, dass eine Aufstallung ausschlie├člich in absoluten Risikogebieten angeordnet wird. Bundesweit einheitliche Kriterien bei der Erteilung von Ausnahmegenehmigungen und die Sentinelhaltung als ausreichenden Indikator f├╝r eine Erkrankung.

Heinrich-Otto Ripke stellt f├╝r den Bundesverband der Gefl├╝gelwirtschaft klar, dass es von ihrer Seite keine weitere Forderung zu einer bundeseinheitlichen Aufstallung geben wird. Der Verband m├Âchte auch keine bundesweite Beurteilung durch das Friedrich-L├Âffler Institut. Dr. Franz J. Conraths, Leiter des Instituts f├╝r Epidemiologie und Vizepr├Ąsidenten des FLI des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), sagt im Seuchenfall die Beratung mit den betroffenen Bundesl├Ąndern zu.

2) Definition V├Âgel und Gefl├╝gel ÔÇô Meldungen f├╝r internationale Bek├Ąmpfung

Die Weltorganisation f├╝r Tiergesundheit (Office International des Epizooties kurz OIE) besch├Ąftigt sich mit dem Seuchengeschehen. Um internationalen Handel betreiben zu k├Ânnen, sind Trennungen in der EU und Deutschland notwendig. Wirtschaftsgefl├╝gel und Gefl├╝gel, das zu anderen Zwecken gehalten wird (z.B. Rassegefl├╝gel), sollen getrennt betrachtet werden, um im Seuchenfall Restriktionen f├╝r den Handel bei Ausbr├╝chen in anderen Haltungen weitestgehend zu vermeiden und eine Anpassung der Auflagen an die Nutzungs- und damit Haltungsformen zu erm├Âglichen. Unterschieden werden soll k├╝nftig deshalb zwischen dem Nutzungszweck des Gefl├╝gels. Eine Rolle spielen dabei wirtschaftliche oder andere Interessen sowie die unterschiedlichen Haltungsbedingungen. Genauer betrachtet werden soll der mobile Handel mit Gefl├╝gel (H├Ąndler mit Verkaufswagen, die regional Gefl├╝gel an Kleinhaltungen abgeben).

Wichtig f├╝r die Rassegefl├╝gelzucht: Tauben spielen nach der Ansicht aller Teilnehmer epidemiologisch keine Rolle bei der Verbreitung der Vogelgrippe. Hier muss eine Rechtssicherheit f├╝r Taubenausstellungen erm├Âglicht werden. Der BDRG forderte daher eine Herausnahme der Tauben aus der Gefl├╝gelpestverordnung.

3) Alternative zu einem nach oben dichten Dach bei Aufstallung in absoluten Risikogebieten

Intensiv wurde die M├Âglichkeit diskutiert, dass in Aufstallungsgebieten anstatt des nach oben dichten Dach Netze eine Alternative sind. Viele Teilnehmer waren sich einig, dass Netze zum Schutz des Wirtschaftsgefl├╝gels und des Rassegefl├╝gels als ausreichend zugelassen werden sollten. Sie verhindern, dass ein Kontakt mit Wasserv├Âgel und Pr├Ądatoren entsteht und durch diese Netze die Haltung nicht mehr attraktiv f├╝r diese V├Âgel ist und sie daher die Haltung meiden. Da die kleinen Singv├Âgel epidemiologisch keine Rolle spielen sollte die entsprechender Weite der Maschen so gew├Ąhlt werden k├Ânnen, dass sich darauf keine Schneelast ansammelt.

4) Leitlinien f├╝r Wirtschaftsgefl├╝gel, Tierparks, Zoos und Rassegefl├╝gelzuchten

Ein Notfallkonzept soll f├╝r alle Gruppen vorliegen. Alle verpflichten sich zur Schulung von Mitarbeitern und Mitgliedern. Die Ergebnisse nehmen die Vertreter des Bundesministeriums mit in die weiteren Verhandlungen.     

 

Peter Jahn
Beisitzer im BDRG