Phönix, Zwerg-Phönix und Onagadori: Rasse des Jahres 2026 im BDRG
Wenn eine Rasse zur „Rasse des Jahres“ ausgerufen wird, lenkt das den Scheinwerfer für einen Moment besonders hell auf sie – auf ihre Geschichte, ihre Stärken, aber auch auf die Aufgaben, die
noch vor uns liegen. So ergeht es in diesem Jahr den drei Rassen der Phönix, Zwerg-Phönix und Onagadori. Das Merkmal, dass die drei Rassen vereint und vielen Besuchern von Ausstellungen im
Gedächtnis bleibt, sind die beeindruckend langen Sichelfedern. Die Rassen haben bei näherem Hinsehen aber weit mehr zu bieten, als einen schönen ersten Eindruck. Wir Züchter wissen, dass
hinter den schmalen, eleganten Körpern mit dem langen, fließenden Schwanz das Ergebnis jahrzehntelanger, zielgerichteter Zuchtarbeit steht. Die „langschwanz“ Rassen vereinen Tradition, Rassecharakter und einen gewissen Anspruch an Haltung und Pflege. “Das Phönixhuhn hinterlässt bei seinem Betrachter einen nicht zu vergessenden Eindruck. Die feinen Linien des Körpers, seine anmutige Haltung, die leuchtenden Farben und die Federfülle des Schwanzgefieders sind Merkmale, die dieses Huhn in seiner Schönheit als besondere Rasse auszeichnen.“ (Rolf Ismer)
Geschichte
Die Wurzeln der Phönix reichen bis zu den japanischen Langschwanzhühnern zurück, die Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa gelangten. Es waren exotische Erscheinungen, deren extrem lange Schwanzfedern die damaligen Geflügelzüchter in Staunen versetzten. In Deutschland waren es engagierte Pioniere der Rassegeflügelzucht, die aus diesen Langschwänzen einen eigenständigen Rassetyp formten und unter dem Namen Phönix in die Zuchtprogramme und später in den Standard einführten. Kommerzienrat Hugo du Roi (*29.10.1839 +19.01.1911) war der erste Präsident des
BDRG und gilt offiziell als der Erzüchter der Phönix. Entscheidend war von Anfang an, aus den importierten Tieren nicht nur Kuriositäten, sondern eine auf Dauer angelegte, im Typ gefestigte Rasse
zu entwickeln.
Die Faszination für den langen, herabfließenden Schwanz stand dabei im Mittelpunkt, doch ebenso wichtig war ein eleganter, schlanker Körper mit lebhaftem Temperament, der sich vom herkömmlichen Landhuhntypen deutlich unterscheiden sollte. Die Phönixzucht entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte weiter, Farbenschläge wurden gefestigt und es entstand ein Rassetyp, der heute aus dem Langschwanzbereich nicht mehr wegzudenken ist. Die Verzwergung der Großrasse war ein weiterer logischer Schritt in der Entwicklung. Sie ermöglichte es, den reizvollen Langschwanzcharakter auch dort zu halten und zu zeigen, wo Platz und Infrastruktur für Großrassen fehlten – etwa in kleineren Gärten, Stadtlagen oder bei Züchtern mit mehreren Rassen. Für die Verzwergung wurden neben der Großform hauptsächlich Altenglische Zwerg-Kämpfer verwendet, ergänzt durch weitere Zwergrassen im Landhuhntyp. Diese genetische Vielfalt in der Entstehungsphase trug dazu bei, dass die Zwerg-Phönix nicht nur klimatisch gut angepasst sind, sondern auch über eine robuste Konstitution verfügen.
Onagadori
Bei den Onagadori handelt es sich um eine sehr alte, rein japanische Rasse und nicht um eine deutsche Züchtung. Übersetzt heißt Onaga langer Schwanz und Dori bedeutet Huhn. 1878 brachte
der Hamburger Reeder Wichmann diese Hühner aus Osaka/Japan nach Deutschland und benannte sie und ihre Nachzucht als „Phönix“.
Die Onagadori sind seit 1929 in ihrem Ursprungsland Japan als weltweit einmaliges Kulturgut geschützt.Darum darf der Standard in Deutschland nicht geändert werden. Der japanische Standard
ist seit 1913 unverändert.
Durch Genforschung und DNA-Analysen wissen wir, dass die heutigen Phönix mit dem Onagadori durch Verdrängungszucht nichts mehr mit dem ursprünglichen Onagadoriblut zu tun haben. Man weiß,
dass dank dem Wachstumsgen GT die Sattel- und Schwanzfedern nicht gemausert werden. Deshalb gilt es nicht als „Extremzucht“, wenn bei den Hähnen die Schwanzfedern ab dem dritten Jahr um jährlich ca. einem Meter wachsen und je nach Alter des Hahns bis zu 13 Meter Länge bekommen kann.Die Zucht der Onagadori setzt eine intensive Beschäftigung mit dem einzelnen Tier voraus.
Diese individuelle Kontaktpflege hat sicher zu den charakteristischen Verhaltensarten wie Ruhe, Anpassungsfähigkeit und Zahmheit geführt. Daraus lässt sich sicher auch das hohe Alter erklären, das
die Hähne erreichen können. Die Onagadori stellen in Japan ein Symbol in der Rassegeflügelzucht dar. Ihre Erhaltung blickt auf eine lange Tradition zurück und knüpft sicherlich an das geistige Umfeld Japans an. Dabei spielt der Glaube im Shintoismus und Zen-Buddhismus eine zentrale Rolle. Entscheidend ist das ehrwürdige und sensible Verhältnis zur Natur, weshalb die Onagadori als Naturdenkmal zu schützen sind. Die Zucht und Erhaltung dieser besonderen Rasse wird sogar staatlich gefördert.
In Deutschland wird bei der Zucht ein elegantes, ungewöhnlich langschwänziges Zierhuhn mit sehr federreichem Schwanz und Sattelbehang erzielt. Je mehr Schwanzfedern lang wachsen und nicht
gemausert werden, desto höher ist der Hahn in der Bewertung einzustufen. Je schmaler die langwachsenden Nebensicheln sind, um so edler wirkt das Tier. Die Brust ist voll und wird hochgetragen, der Bauch ist dagegen nur Knapp entwickelt, der Rücken ist mittelang. Der Einfach-Kamm mit 3-5 Zacken darf bei Althähnen auch seitlich etwas geneigt sein.
Anerkannte Farbschläge sind:
Goldhalsig, Silberhalsig, Oranghalsig, Weiß und Goldrot mit schwarzem Schwanz letzterer gilt allerdings als Ausgestorben. Dafür werden in den letzten Jahren vermehrt schwarze Tiere präsentiert.
Die Henne weist eine typische Landhuhnform auf. Die oberen Schwanzdeckfedern sind oft säbelförmig und die reich entwickelt Schwanzdeckfedern sichelartig gebogen, die längsten überragen
die Steuerfedern. Auch die Federn im Hals und Sattelbehang sind sehr lang. Die Farbe der Läufe ist bei den Onagadori belanglos. Die Hennen legen ca. 40 g schwere gelblichweiße Eier.
Phönix
Bei der Rasse der Phönix handelt es sich um eine deutsche Züchtung, die aus Kreuzungen verschiedener Geflügelrassen hervorgegangen ist. Hugo du Roi war der erste Präsident des BDRG und gilt offiziell als der Erzüchter der Phönix. Auch wenn die Phönix deren Vorfahren auch aus Japan stammen, auf den ersten Blick mit den Onagadori Verwandt erscheinen, sind die Rassen durch ihren
Unterschiedlichen Körperbau klar zu unterscheiden. Zuchtziel des Phönix ist ein elegantes, schlankes, gut hochgestelltes, federreiches und langschwänziges Zierhuhn. Der circa 2 – 2,5 kg schweren
Phönixhahn soll seine Flügel stets hoch und festanliegend tragen, dies gibt den Blick frei auf mittellange Schenkel und feinknöchige, unbefiederte Läufe, deren Farbe zweitrangig ist. Der Körper ist
schlank und röhrenförmig mit einem möglichst waagerechte Rücken, derin einen mit langen festen Steuerfedern und sehr langen Haupt- und Nebensicheln bestückten Schwanz übergeht. Auch der
kleine, schmale Kopf mit einfachem Kamm und freistehender Kammfahne unterstütz die Eleganz des Huhns. Am glatten, roten Gesicht, befinden sich kleine, weiße Ohrscheiben und mittellange, gut
gerundete Kehllappen und kleine, möglichst weiße Ohrscheiben. Die Augen haben eine orangerote Iris. Der Schnabel darf zwischen hellhornfarbig bis blaugrau variieren, bei weißen Phönix ist auch ein
gelber Schnabel gestattet.
Anerkannte Farbschläge sind:
goldhalsig, orangehalsig, silberhalsig, wildfarbig, weiß und schwarz. Bei allen Farbschlägen ist die Farbreinheit von untergeordneter Bedeutung. Wichtig sind die Form und Üppigkeit des Gefieders mit langen Behängen.
Für die 1,5 – 2 kg schwere Hennen gilt ebenfalls der hohe Anspruch an üppigen Federwuchs. So sollte das Huhn einen langen Schwanz haben, der nahezu waagrecht getragen wird. Die
Schwanzdeckfedern überragen mit ihrer Länge die Steuerfedern. Auch der Hals- und Sattelbehang sollte lang entwickelt sein. Die Henne trägt einen kleinen Stehkamm und hat sehr kleine, flach gerundete Kehllappen. Sie legt gelblich-weiße, ca. 45g schwere Eier.
Zwerg-Phönix
Der Zwerg-Phönix präsentiert sich als elegantes, schlankes und gut mittelhoch gestelltes Zwerghuhn mit außerordentlich reichem und langem Gefieder. Das prägende Merkmal ist zweifellos der sehr
lange, waagerecht getragene Schwanz des Hahnes, dessen Haupt- und Nebensicheln den Boden berühren. Auch die Hennen zeigen teilweise einen Ansatz von Sichelbildung, was die Rasse zusätzlich
charakterisiert und den Rassewert der entsprechenden Vertreterinnen steigert. Die gesamte Erscheinung erinnert an einen Fasan und strahlt eine besondere Eleganz aus. Der ca. 800g leichte Hahn hat idealerweise einen sehr schlanken, gut gerundeten, walzenförmigen Rumpf. Die Schultern und Brust treten nicht hervor und werden vom Halsbehang bedeckt. Der Rücken
ist lang und möglichst waagerecht, der Sattel ist reichlich befiedert mit sehr langen, schmalen Federn, die bei Althähnen auf dem Boden schleifen. Die Flügel werden hoch getragen und sollten gut geschlossen sein. Der Schwanz wird flach getragen und zeichnet sich durch lange Steuerfedern und zahlreiche, schmale, lange Sichelfedern aus. Bei Althähnen kann die Schwanzlänge bis zu 1,50m
betragen. Auf dem kleinen, ziemlich langen Kopf ist ein einfacher Kamm, der aufrecht steht und fein gezackt ist. Die Kammfahne sollte freistehend sein und nicht der Nackenlinie folgend. Im feinen, roten Gesicht befinden sich weiße Ohrscheiben, leuchtend rote Augen und gut gerundete, mittellange Kehllappen. Die Farbe des mittellangen Schnabels lehnt sich an die Lauffarbe an. Außer dem
typischen blaugrau sind noch andere Schattierungen gestattet. Die ca. 700g leichte Henne stellt eine schmale, schlanke Walzenform dar mit einem sehr langen, waagrecht getragenen Schwanz. Die
Steuerfedern sind breit und lang, sie werden von den manchmal spitz auslaufenden Schwanzdeckfedern überragt. Sie legt gelblich-weiße ca. 25g leichte Eier. Bei der Selektion sind verschiedene Merkmale in besonderer Weise zu beachten, die vom Standard abweichen. Zu den groben Fehlern zählen eine zu gedrungene, zu kurze Figur, ein zu kurzer oder zu
steiler Schwanz, sowie eine zu aufrechte Körperhaltung. Ebenso sind gelbe oder fleischfarbene Läufe, andersfarbige Ohrscheiben und ein zu grober Kopf als schwerwiegende Mängel anzusehen. Das
Augenmerk des Züchters muss daher stets auf der Bewahrung der typischen, eleganten und langgestreckten Form liegen.
Farbschläge:
Derzeit sind acht Farbenschläge anerkannt. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch eindeutig auf dem unverkennbaren Rassetyp. . Deshalb sind kleine Abweichungen in der Farbe zu vernachlässigen.
Jeder Farbenschlag hat seine spezifischen Anforderungen und Besonderheiten, aber lassen sich grob in zwei Kategorien aufteilen: Die „halsigen“ und die einfarbigen Farbenschläge. Zu den „halsigen“
Farbenschlägen gehören gold-, orange-, silber- und blau-goldhalsig, sowie wildfarbig. Die Einfarbigen Farbenschläge umfassen weiß, schwarz und blau.
Immer mal wieder werden auch Tiere in der AOC-Klasse ausgestellt. Am Nennenswerten sind da in der jüngeren Vergangenheit rotgesattelt und splash. Rotgesattelt bedient sich an der vorhandenen Farbpalette und kombiniert der Hauptfarbenschlag goldhalsig mit weiß, wodurch schon feiner Rassevertreter auf verschiedenen Sonderschauen gezeigt worden sind. Splash bietet sich als Komplementärfarbe zu blau und findet somit auch immer mal wieder den Weg auf Sonderschauen.
Haltung
Aufgrund ihres besonderen Erscheinungsbildes und des üppigen Gefieders, könnte man schnell der Versuchung erliegen, dass die drei Rassen hohe Ansprüche in der Haltung stellen und sehr empfindlich sind. Das Gegenteil ist der Fall, denn sie sind widerstandsfähige Tiere, die bei artgerechter Pflege ausgesprochen robust sind. Dennoch gilt es, um Ihre Besonderheiten zu achten.
Sie benötigen trockene, helle und zugfreie Unterkünfte sowie einen ausreichend geschützten Auslauf. Der Stall sollte so gestaltet sein, dass die langen Schwanzfedern nicht beschädigt werden. Hohe Sitzstangen und weiche Einstreu aus Leinenstroh oder Sand haben sich bewährt. Bei unseren „langschwanz“ Rassen empfiehlt es sich, eine ausgewogene Ernährung anzubieten, um ihre Gesundheit und die Qualität des Gefieders zu erhalten und das lange Schwanzgefieder in der Wachstumsphase problemlos auszubilden. Ein handelsübliches Alleinfutter für Hühner bildet die
Basis. Für die Entwicklung des Schmuckgefieders ist eine proteinreiche Ernährung wichtig. Zusätzlich zum Grundfutter können Mehlwürmer, Garnelen oder spezielles Aufzuchtfutter mit erhöhtem Proteingehalt gegeben werden. Frisches Grünfutter, Gemüsereste und Salat ergänzen den Speiseplan und liefern wichtige Vitamine.
Ihr Verhalten ist ruhig und ausgeglichen. Sie zeigen kaum Aggression und werden schnell zutraulich. Viele Züchter schätzen ihre freundliche Art, die den Umgang angenehm macht und die Tiere zu beliebten Ausstellungshühnern werden lässt.
Fazit
Die Phönix, Zwerg-Phönix und Onagadori sind faszinierende Rassen, die Liebhaber des Besonderen anspricht. Ihre Ernennung zur Rasse des Jahres 2026 ist eine verdiente Anerkennung für eine Züchtergemeinschaft, die sich mit großer Hingabe um den Erhalt und die Förderung dieser eleganten Langschwanzhühner bemüht.
Für Züchter, die den Einstieg in die Phönix-Zucht erwägen, sei gesagt: Diese Rassen erfordert Zeit, Hingabe und die Bereitschaft, für optimale Haltungsbedingungen zu sorgen. Die Belohnung ist ein außergewöhnlich schönes Huhn mit elegantem Erscheinungsbild und angenehmem Wesen. Wer diese Herausforderung annimmt und sich vom Sonderverein und erfahrenen Züchtern unterstützen lässt, wird mit einer erfüllenden züchterischen Aufgabe belohnt, die auf jeder Ausstellung für Bewunderung sorgt.
Im Jahr 2026 werden die drei Rassen auf den Bundesschauen besonders präsentiert und bieten damit eine hervorragende Gelegenheit, sie näher kennenzulernen. Nutzen Sie diese Chance, um sich persönlich ein Bild zu machen und mit Züchtern ins Gespräch zu kommen. Sie verdienen es, mehr Aufmerksamkeit und Züchter zu finden, die sich ihrer Erhaltung und Förderung widmen.
Nick Vowinkel
Farbschlag Übersicht
Die Auswahl der Farbschläge bei unseren Rassen ist reichlich, so dass für jeden etwas zu finden ist.
Die klassischen Farbschläge goldhalsig, silberhalsig, orangehalsig und weiß teilen Phönix, Zwerg-Phönix und Onagadori miteinander. Phönixe und Zwerg-Phönixe teilen sich darüber hinaus noch wildfarbig und schwarz. Blau und blau-goldhalsig sind jüngere Ergänzungen, die bislang nur beim Zwerg-Phönix anerkannt sind. Nur bei den Onagadori anerkannt ist der Farbenschlag goldrot mit schwarzem Schwanz, eine Besonderheit, die selbst in Japan nur noch selten anzutreffen ist und in Deutschland bislang nicht vertreten ist.
Ein harmonisches, naturnahes Farbbild prägt den wildfarbigen Farbenschlag. Das Zusammenspiel aus rotbraunem Mantel-, Hals- und Sattelgefieder des Hahnes und dem tiefschwarz glänzenden Körper ergibt ein vielschichtiges, warmes Erscheinungsbild. Die Hennen überzeugen mit feinen Braun- und Schwarzabstufungen. Gut verbreitet und durch die Kombination aus anspruchsvollem Langgefieder und lebhafter Färbung eine reizvolle züchterische Aufgabe.
Goldhalsig zählt zu den prachtvollsten Farbenschlägen der Rassen. Der leuchtende Kontrast zwischen dem tiefen, käfergrünen Glanz des schwarzen Körpergefieders und dem strahlend goldgelben Halsbehang des Hahnes ist eine wahre Augenweide. Dieser Farbenschlag erfreut sich großer Beliebtheit und ist auf Schauen regelmäßig vertreten.
Eine faszinierende Verbindung zweier ausdrucksstarker Farbwelten bietet Blau-Goldhalsig. Das warme Goldgelb des Halsbehang tritt beim Hahn in reizvollen Kontrast zum blaugrauen Körpergefieder und erzeugt ein ungewöhnlich harmonisches, dabei lebhaftes Farbbild. Dieser Farbenschlag ist noch selten und befindet sich züchterisch im Aufbau. Da die blaue Gefiederfarbe spalterbig vererbt wird, fallen in der Nachzucht auch andersfarbige Tiere, was die Zucht anspruchsvoll, aber umso interessanter macht.
Wärme und Lebendigkeit kennzeichnen die orangehalsigen Das warme Orange des Halsbehang leuchtet feurig gegen den dunklen Körper und verleiht diesen Tieren eine besondere Ausstrahlungskraft. Dieser Farbenschlag ist im Vergleich zu den gold- und silberhalsigen Varianten seltener anzutreffen und sucht engagierte Züchterinnen und Züchter.
Silberhalsig besticht durch seine elegante Kühle. Das strahlend silberweiße Halsgefieder des Hahnes tritt in reizvollen Kontrast zum tiefschwarz glänzenden Körper. Dieser Farbenschlag vermittelt eine noble Zurückhaltung und ist bei Liebhabern der Silberfarbtöne besonders beliebt. Die saubere Trennung zwischen silberweißem Hals und intensiv schwarzem Körper ist ein wichtigstes Zuchtmerkmal.
Der weiße Farbenschlag begeistert durch seine strahlende Reinheit. Das schneeweiße, seidig glänzende Gefieder und die besonders langen, wallenden Schwanzfedern des Hahnes wirken von geradezu märchenhafter Schönheit. Weiße Phönixe ziehen auf Schauen alle Blicke auf sich und gehören zu den faszinierendsten Blickfängen überhaupt. Die Haltung erfordert sorgfältige Unterbringung, damit das empfindliche weiße Gefieder seine Reinheit behält. Gelbliche Verfärbungen oder andere Unreinheiten sind in der Zucht konsequent zu vermeiden.
Pure Eleganz in ihrer konzentriertesten Form, das macht die schwarzen Zwerg-Phönix und Phönixe aus. Das gesamte Gefieder – einschließlich des langen, seidig fließenden Schwanzes – ist von einem intensiven käfergrünen Glanz durchzogen, der im Sonnenlicht besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt. Die langen Sicheln und Steuerfedern des Hahnes machen diesen Farbenschlag zu einem der beeindruckendsten. Schwarze Tiere erzielen bei guter Gefiederqualität auf Ausstellungen stets Bewunderung.
Noch selten und gerade deshalb besonders reizvoll sind die blauen Zwerg-Phönix. Die blaugraue Gefiederfarbe verleiht diesen Tieren etwas Edles. Hals-, Sattel- und Schultergefieder des Hahnes setzen sich durch einen dunkleren, ins Schwarzblaue gehenden Ton vom helleren Körpergefieder ab. Da die blaue Färbung spalterbig ist, müssen Züchter dies bei der Anpaarung berücksichtigen. Interessierte Züchterinnen und Züchter sind herzlich willkommen.
Goldrot mit schwarzem Schwanz zeichnet sich durch das leuchtend goldrote Körpergefieder in faszinierenden Kontrast zum tiefschwarz glänzenden Schwanz aus. Dieser Farbenschlag ist ausschließlich beim Onagadori anerkannt und selbst dort eine Rarität. In Japan, der Heimat dieser lebenden Naturdenkmäler, ist er nur noch vereinzelt zu finden. In Deutschland existiert er bislang nicht. Wer sich jemals für die Zucht des Onagadori begeistern sollte, würde mit diesem Farbenschlag nicht nur an einer außergewöhnlichen Rasse arbeiten, sondern an einem der seltensten Farbbilder der gesamten Rassegeflügelzucht.







