Eistauben: Rasse des Jahres 2024 im BDRG

Der Sonderverein der Eistaubenz├╝chter, der 1924 in Chemnitz gegr├╝ndet wurde, feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Neben der F├Ârderung und Verbreitung der Eistauben wird in unserem Sonderverein auch insbesondere das kameradschaftliche Miteinander gelebt. Mit den traditionellen Pfingsttreffen werden insbesondere die pers├Ânlichen Informationen und Kontakte zwischen unseren Eistaubenfreunden vertieft. An j├Ąhrlich wechselnden Orten werden die Pfingsttreffen durch Mitglieder organisiert, an denen auch unsere Partner bzw. Familien teilnehmen. Neben der Jahreshauptversammlung beinhaltet dieses Treffen meist auch Tierbesprechungen und Ausfl├╝ge zu Sehensw├╝rdigkeiten des Versammlungsortes und seiner n├Ąheren Umgebung.

Eistauben ÔÇô zarte Farbe, starker Kontrast

Eistauben sind wundersch├Âne, zuchtfreudige Rassevertreter und hervorragende Elterntiere. Sie sind sehr fluggewandt, etwas scheu im Wesen und k├Ânnen daher sowohl im Freiflug als auch in Volieren gehalten werden. Sie sind in sechs verschiedenen Zeichnungsvarianten jeweils in glattf├╝├čig und belatscht anerkannt. Hohlige (ohne Binden), Wei├čbindige, Wei├čgeschuppte, sowie die Porzellanfarbigen haben allesamt dunkle Augen. Die Schwarzbindigen zeigen orangerote, die Geh├Ąmmerten gelb bis orangerote Augen. Der Rand soll grau und keinesfalls r├Âtlich sein. Der l├Ąnglichrunde Kopf ist stets glattk├Âpfig, der Schnabel mittellang, d├╝nn und dunkel. Die Schnabelwarzen setzen sich wei├č gepudert von letzterem ab. Ihre Figur sollte eine kr├Ąftige Feldtaubengestalt aufzeigen. Jedoch sind bei jungen T├Ąubinnen diesbez├╝glich etwas Zugest├Ąndnisse zu machen, da wir bei Farbentauben ÔÇôwie das Vorwort unmissverst├Ąndlich vorgibt ÔÇô einen Schwerpunkt und somit andere Angriffspunkte bei der Bewertung haben, wie beispielsweise bei Formentauben. Der tiefe Stand kommt bei den Belatschten etwas besser noch zur Geltung. Die Geierfedern sowie Latschenf├╝lle lassen den Abstand zwischen K├Ârperunterlinie und Boden optisch verk├╝rzen. Der zwischen den Schultern breite und nach dem Schwanz nur wenig abfallende R├╝cken sollte nicht in einen allzu langen Schwanz ├╝bergehen. Das Verh├Ąltnis zwischen K├Ârperl├Ąnge zu K├Ârpermasse muss stimmen, wobei diesbez├╝glich keine gro├čen Probleme im derzeitigen Zuchtstand zu sehen ist. Die L├Ąufe sollten entweder unbefiedert (glattf├╝├čig) oder mit dichten federreichen Latschen best├╝ckt sein. Bei Letzteren kommt es nicht auf die L├Ąnge der Feder an, sondern eher auf die Breite. Eine abgerundete, ├╝berbaute, geschlossene und m├Âglichst in die Geierfedern ├╝bergehende Fu├čbefiederung stellt diesbez├╝glich vielmehr das Zuchtziel dar.

Eisfarbe

Das Hauptrassemerkmal, die Eisfarbe, sollte so hell und zart wie m├Âglich sein. Die Farbe des Eises auf reinem, klarem Wasser oder entrahmte Frischmilch sind beispielhafte Beschreibungen. Kein K├Ârperteil soll einen anderen Farbton zeigen, soweit nicht Zeichnungsfarben in Frage kommen. Das Untergefieder ist dunkel. Dies ist am deutlichsten an den Kopf-, Hals- und Bauchfedern zu erkennen. Die einzelnen Federn sind in den jeweiligen K├Ârperpartien von unterschiedlicher Beschaffenheit. Auch sind die Aufhellungen des Gefieders unterschiedlich. Die Halsfeder ist h├Ąrter und die Aufhellung zeigt sich nur im oberen Drittel. Die Bauchfedern sind deutlich weicher, hier zeigt sich die Aufhellung in den oberen beiden Dritteln der Federn. Am st├Ąrksten zeigt sich die Aufhellung des Aftergefieders. Die meisten Z├╝chter w├╝rden die Federn als wei├č bezeichnen. Aber bei genauerem Hinsehen, zeigt sich im Federkiel noch ein leicht grauer Strich und auf einem wei├čen Blatt Papier ist noch ein feiner Unterschied zwischen wei├č und der hellen Eisfarbe zu erkennen. Schwingen und Schwanzbinde sollen so dunkel wie m├Âglich sein, und bilden somit den aparten Kontrast zur Eisfarbe. Insbesondere eine satte, dunkle Schwanzbinde mit m├Âglichst breitem hellem eisfarbigem Abschluss unterstreicht diesen Farbkontrast.

Zeichnungsvarianten und Zuchtstand

Spricht man bei den meisten Rassen von verschiedenen Farbenschl├Ągen, so muss man bei den Eistauben korrekterweise eigentlich von Zeichnungsvarianten sprechen, da die Farbe, also die Eisfarbe, immer die gleiche ist. Alle Zeichnungsarten verfolgen prinzipiell das gleiche Ziel. Auf der einen Seite soll die Eisfarbe so hell wie m├Âglich sein, und auf der anderen Seite soll die Zeichnungsfarbe so dunkel wie m├Âglich sein.

Schwarzgezeichnete Eistauben, also Schwarzbindige und Geh├Ąmmerte, weisen einen intensiveren Farbkontrast als die wei├čgezeichneten Eistauben auf. Durch die schwarzen Binden und die schwarze H├Ąmmerung sind hier eben auch intensiver gef├Ąrbte Schwingen und Schwanzbinden m├Âglich. Im Umkehrschluss muss man bei den Wei├čbindigen und Wei├čgeschuppten etwas Zugest├Ąndnisse in Punkto Schwungfarbe und Schwanzbinde machen. Die Hohligen sind oftmals bez├╝glich Schwanzbinde und Schwungfarbe den Schwarzbindigen und Geh├Ąmmerten ebenb├╝rtig. Die letzten Jahre bilanzierend, l├Ąsst sich eine aussagekr├Ąftige Verbreitung der einzelnen Zeichnungsarten attestieren. Wie nicht anders vermutet sind die glattf├╝├čig Geh├Ąmmerten ÔÇô also die ÔÇ×ForellenÔÇť am st├Ąrksten verbreitet. Die Hohligen und Schwarzbindigen folgen dann schon mit deutlichem prozentualem Abstand. Porzellanfarbige, Wei├čge-schuppte und Wei├čbindige sind auf wenige Zuchten verteilt. Je nach Ausstellungsort und damit verbundenen Z├╝chtungsschwerpunkten entspricht die Schaubeteiligung in den drei genannten Zeichnungsarten.

Hohlige Eistauben

Ohne jede Zeichnung auf dem Fl├╝gelschild zeigen sich die Hohligen, deshalb auch die oft in Katalogen verwendete Bezeichnung ÔÇ×ohne BindenÔÇť. Die glattf├╝├čig Hohligen ├╝berzeugen in Figur, Haltung und Stand. Die Kopf- und Halsfarbe wird manchmal etwas eisfarbiger gew├╝nscht. Altbekannte W├╝nsche liegen in einer satteren und gleichm├Ą├čigeren Schwingenfarbe sowie in einer intensiveren und teilweise begrenzteren Schwanzbinde. Letztere l├Ąuft bei einigen Tiere insbesondere zum K├Ârper hin etwas aus. Wenige W├╝nsche werden zum Schwanzabschluss formuliert. Dieser ist meist gut begrenzt und hell eisfarbig. Wichtig ist bei den Hohligen ein gleichm├Ą├čiges und reines Fl├╝gelschild, welches bei machen Tieren durch auff├Ąllige, dunkle Nervzeichnung gest├Ârt wird. Die Spitzentiere zeigen sich derzeit mit ├Ąu├čerst beachtlich dunkler und gleichm├Ą├čiger Schwungfarbe. Hier gilt es die Farbstoffreserven in der Kopf- und Oberschwanzfarbe in der Balance zu halten. Abweichungen in diesem Bereich werden je nach Intensit├Ąt entsprechend als W├╝nsche oder M├Ąngel formuliert.

Wei├čbindige Eistauben

Bei den Wei├čbindigen zieren zwei parallel verlaufende, schmale, reinwei├če Binden die Fl├╝gelschilder. Blaue Grundfarbe gepaart mit Toy Stencil bewirkt den schw├Ąrzlich ges├Ąumten Rand der wei├čen Binde, also auch bei den Eistauben. Wei├čbindige sollen rein wei├če Binden zeigen, die mit einem m├Âglichst dunklen und scharf begrenzten Saum eingefasst sind. Jegliche Farbeinlagerungen in Form von Pfefferspritzer oder gelblichen Anflug sind je nach Auspr├Ągung als Wunsch oder M├Ąngel zu formulieren. Insbesondere auf die Reinheit der wei├čen Binden muss weiterhin geachtet werden.

Leider ist die Zuchtbasis auf nur wenige Z├╝chter begrenzt, sodass bez├╝glich Schwungfarbe und Schwanzbinde etwas Zugest├Ąndnisse gemacht werden muss. Spitzentiere zeigen sich allerdings auch in diesen Merkmalen hochrassig, sie sind eben nur nicht so dicht gestreut und stellen absolute H├Âhepunkte auf den Ausstellungen dar. W├╝nsche liegen meist neben einer reineren Bindenfarbe in einer glatteren Bindenf├╝hrung. Der Bindensaum muss mit Abstand zum Tier deutlich zu erkennen sein.

Wei├čgeschuppte Eistauben

Wie bei den Wei├čbindigen ist auch bei den Wei├čgeschuppten eine rein wei├če Zeichnungsfarbe gefordert. Ihre Fl├╝gelschilder sollen eine dreieckige, reinwei├če, schw├Ąrzlich ges├Ąumte Schuppung aufweisen. In den Schwingen ist bei ihnen von au├čen nicht sichtbarer Schilf gestattet. Auch eine leichte R├╝cken- und Latschenzeichnung ist zugelassen.

Die Wei├čgeschuppten sind derzeit noch seltenere G├Ąste auf den Hauptsonderschauen als die Wei├čbindigen. Leider ist auch hier die Zuchtbasis sehr knapp. Wie bei den Wei├čbindigen auch wird die wei├če Zeichnung, also hier die Schuppungsovale mit einem dunklen Saum eingefasst. H├Ąufig zeigen die Jungtiere der Wei├čgeschuppten eine unsaubere Halsfarbe, oder ihre Oberschwanzfarbe zeigt nicht die gew├╝nschte helle Eisfarbe, sodass die Anzahl an Ausstellungskandidaten im Jungtierschlag sehr ├╝berschaubar ist. Neben den allgemein bei allen Eistauben zu beachtenden Merkmalen kommen bei den Wei├čgeschuppten besonders die Aspekte bez├╝glich Schuppungsreinheit und Schuppungsverteilung in die Kritikgestaltung. Im Bindenbereich wird oft die Reinheit beanstandet und im Schulterbereich d├╝rfte bei vielen Tieren die Schuppung noch dreieckiger sein. Bei einigen Exemplaren sollte die Schuppung in Schildmitte gleichm├Ą├čiger und vollst├Ąndiger durchgezeichnet sein.

Porzellanfarbige Eistaube

Porzellanfarbige gleichen prinzipiell der Zeichnungsanlage der Geschuppten. Jedoch sollen die wei├čen Schuppen durch eine zarte r├Âtlich schimmernde Farbe, dem sogenannten Porzellanton ersetzt werden. Dar├╝ber hinaus sollen auf den Spitzen der Handschwingen und auf jeder Feder in der Schwanzbinde Spiegelpunkte vorhanden sein. Diese Zeichnung wurde durch das Frill Stencil (orientil stencil) Gen von den Orientalischen M├Âvchen auf die Eistauben ├╝bertragen.

Die Porzellanfarbigen haben sich in dem letzten Jahrzehnt kontinuierlich verbessert. Reine Eisfarben in Kopf- und Halsbereich, sowie heller und gleichm├Ą├čiger Oberschwanzfarbe zeigen die meisten Tiere auf breiter Basis. Die Spitzentiere zeigen bereits deutliche, von wei├č abgrenzende, r├Âtlich schimmernde Porzellanfarben mit vollst├Ąndiger Spiegelzeichnung in Schwingen und Schwanzbinde. Hier gilt es nun die Figuren etwas stabiler zu z├╝chten und auf eine typhafte Haltung zu achten. Nat├╝rlich kann die Porzellanfarbe auch noch etwas intensiver bei der breiten Basis vorhanden sein. Erfreulich sind aber die gezeigten Spitzentiere, die bereits hochrassige Gesamterscheinungen darstellen. Die Grundlagen sind geschaffen, nun gilt es den Zuchtstand zu halten und auf breitere Basis zu festigen.

Schwarzbindige Eistauben

Schwarzbindige zeigen zwei parallel verlaufende, schmale schwarze Binden. Bei ihnen sollte besonderes Augenmerk auf die Bindentrennung bei Bewertung und Zucht gelegt werden. Die glattf├╝├čig schwarzbindigen Eistauben zeigen sich seit Jahren auf konstant hohem Niveau. Kr├Ąftige Figuren mit feiner, klarer Eisfarbe und orangeroten Augen zeigen sie durchweg. Durch ihr scheues Wesen ist manchmal die geforderte waagrechte Haltung schwer zu beurteilen. Den hohen Zuchtstand verk├Ârpern die Spitzentiere mit feinen parallel verlaufenden, nicht zu breiten und oben gut getrennten Binden. In den letzten Jahren haben sich teilweise aufhellende Schnabelfarben eingeschlichen. Hier gilt es durch konsequente Zuchtauslese entgegenzuwirken, denn auch bei gut durchgez├╝chteten und verbreiteten Farbenschl├Ągen schleichen sich immer mal wieder den Gesamteindruck st├Ârende Merkmale ein. Neben den Fl├╝gelbinden sind die Schwungfarbe und die Schwanzbinde kontrastreiche Zeichnungsmerkmale. Letztere sollte m├Âglichst scharf abgegrenzt, sowohl zum hellen, eisfarbigen Abschluss als auch zum R├╝cken hin sein. 

Geh├Ąmmerte Eistauben (fr├╝her Forellentauben)

Geh├Ąmmerte, in der glattf├╝├čigen Art auch als Forellentaube bekannt, zeigen ihr Hauptrassemerkmal mit dreieckiger, schwarzer H├Ąmmerung, die etwa im Verh├Ąltnis 5:3 mit Dreiecken der Grundfarbe wechseln soll. Herz- und R├╝ckenzeichnung sind zugelassen, spielen also keine Rolle bei der Punktevergabe. Wichtig ist vielmehr, dass die H├Ąmmerung m├Âglichst gleichm├Ą├čig ├╝ber das Fl├╝gelschild verteilt und dass die H├Ąmmerungsfarbe scharf gegen├╝ber den eisfarbigen Dreiecken abgegrenzt ist.

Forellentauben zeigen sich h├Ąufig quantitativ und qualitativ an der Eistaubenspitze. Kr├Ąftige Figuren, klare Eisfarbe vom Schnabel bis zum Schwanz, eine scharf abgegrenzte Schwanzbinde und ein heller, eisfarbiger Schwanzabschluss, das sind die Forderungen an Spitzentiere. Hinzu kommt die Zeichnung, die m├Âglichst scharf abgegrenzt und gleichm├Ą├čig ├╝ber das ganze Schild verteilt sein muss. Eisfarbige Dreiecke werden in der m├Âglichst schwarzen H├Ąmmerung verlangt. T├Ąuber sind h├Ąufig nicht so gleichm├Ą├čig im Vergleich zu den T├Ąubinnen, hochrassige Vertreter werden dennoch in beiden Geschlechtern gezeigt. Nicht gew├╝nscht ist eine H├Ąmmerung, die am Federende in S├Ąumung ausl├Ąuft. Was die Farbintensit├Ąt der Schwingen anbelangt, bleibt ein Spielraum. Der Gesamteindruck muss stimmen und bei den Spitzentieren besticht der Kontrast zwischen heller Eisfarbe und schwarzer Zeichnungsfarbe.

Belatschte Eistauben

Die bereits bei den glattf├╝├čigen Eistauben vorgestellten und beschriebenen Zeichnungsarten sind auch allesamt bei den belatschten Eistauben anerkannt. Es gelten die gleichen Zeichnungsanforderungen wie bei den glattf├╝├čigen Eistauben. Ein besonderes Hauptrassemerkmal kommt allerdings bei den belatschten Eistauben hinzu, die Fu├čbefiederung.

Die Fu├čbefiederung, auch Latschen oder Fu├čwerk in Z├╝chterkreisen genannt, ist hinsichtlich mehrerer Qualit├Ątsmerkmale zu beurteilen. Dicht, gut ├╝berbaut und abgerundet m├╝ssen die Latschen sein. Insbesondere im ├ťbergangsbereich zu Geierfedern trennt sich die Spreu vom Weizen. Spitzentiere zeigen einen sch├Ânen, geschlossenen Latschen, der vorne gerundet, seitlich dicht ├╝berbaut und nach hinten geschlossen in die Geierfeder ├╝bergeht. Eine gut sichtbare Latschenbinde am ├Ąu├čeren Federrand ist ebenfalls bei den gezeigten Spitzentieren vorhanden.

Bez├╝glich der einzelnen Merkmale der Latschen m├╝ssen eigentlich nur noch bei den Porzellanfarbigen Zugest├Ąndnisse gemacht werden. Alle anderen Farbenschl├Ąge zeigen zumindest an der Spitze keine Defizite in den Latschenmerkmalen. Bei allen belatschten Taubenrassen nicht zuletzt aus Tierschutzgr├╝nden ├╝blich, ist nicht die L├Ąnge der Latschenfedern entscheidend. Vorne m├╝ssen die Latschenfedern gut abgerundet sein. Eine breite Feder wirkt besonders hochrassig. Mit einer guten ├ťberbauung werden die k├╝rzeren eisfarbigen Deckfedern ├╝ber den langen Latschenfedern genannt, die nicht bis zur Latschenbinde reichen, aber mehrreihig und nach oben immer k├╝rzer werdend angeordnet sind. Stark besch├Ądigte Latschen bedeutet Punktabzug. Auch Latschenfedern, die in die entgegengesetzte Richtung wachsen, m├╝ssen geahndet werden. Bei der Schauvorbereitung ist auf die Geierfedern zu achten, dass diese vollst├Ąndig sind. Die Schauvorbereitung beginnt bei den Belatschten sieben bis acht Wochen vor der Ausstellung, um gegebenenfalls besch├Ądigte Federn zu entfernen. Bei der Schlageinrichtung sind Tellersitze und erh├Âhte Futtertr├Âge zu empfehlen. Auf ein festes Federwerk im Latschen ist bei der Zuchtauslese zu achten.

Belatscht hohlige Eistauben

Kr├Ąftige Figuren, tiefer Stand und waagrechte Haltung mit sehr guter Latschenbildung sind z├╝chterisch auf breiter Basis gut gefestigt. Die feinen Unterschiede zeigen sich in der gleichm├Ą├čigen und dunklen Schwingenfarbe. Eine gleichm├Ą├čige, m├Âglichst dunkle Zeichnungsfarbe darf nicht zu Lasten einer dunkleren oder gar absetzenden Eisfarbe im Kopf- und Oberschwanzbereich gehen.

Beeindruckend ist in den letzten Jahren der Zuchtstand der belatscht Hohligen und die Pr├Ąsentation auf den Hauptsonderschauen. Eigentlich seit der ersten Europaschau im Januar 2006 sehen wir einen quantitativen und qualitativen Aufschwung dieses Farbenschlags, der zurzeit auf h├Âchstem Niveau ist. Die Abstufung zwischen 95 und 97 Punkten erfolgt durch nur minimale Unterschiede.

Zahlenm├Ą├čig sind derzeit die Hohligen am st├Ąrksten bei den Belatschten vertreten und die Spitzentiere sind auf mehrere Zuchten verteilt. Z├╝chterisch muss etwas auf die R├╝ckendeckung geachtet werden. Bei kr├Ąftigen und kompakten Figuren ist das manchmal ein Aspekt, der bei einigen Tieren in der Wunschspalte vermerkt werden muss. Weiterhin sollte auf eine gleichm├Ą├čige Eisfarbe und auf die Begrenzung der Schwanzbinde zum K├Ârper hin geachtet werden. Auf eine vorne etwas k├╝rzere oder besser abgedrehte Latschenfeder ist ebenfalls bei einigen Tieren zu achten.

Belatscht wei├čbindige Eistauben

Auch die belatscht wei├čbindigen Eistauben haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert und zeigen ├╝berragende Rassevertreter an der Spitze. Die Zuchtbasis ist deutlich geringer im Vergleich zu den Hohligen. Der Zuchtstand ist insbesondere hinsichtlich Schwingen- und Schwanzbindenfarbe noch nicht so sehr gefestigt. Teilweise zeigen die Schwungfedern eine unerw├╝nschte S├Ąumung an den Schwungfederr├Ąndern, hierauf muss z├╝chterisch geachtet und mit Fingerspitzengef├╝hl bei Bewertung hingewiesen werden. W├╝nsche bez├╝glich Bindenverlauf und Bindensaum werden immer Angriffspunkte bei der Qualit├Ąts-bewertung sein.

Belatscht wei├čgeschuppte Eistauben

Die Wei├čgeschuppten waren immer sehr beliebt, leider sieht man sie in letzter Zeit selten in gro├čer Anzahl bei den Sonderschauen. Auf eine durchgef├Ąrbte Schwanzbinde muss nach wie vor Wert gelegt werden. Die Schuppung ist Hauptrassemerkmal und geschlechterspezifisch differenziert zu beurteilen. Wie bei den glattf├╝├čigen und eigentlich allen Farbentauben auch, sind die T├Ąuber oft nicht so exakt in der Schuppungssch├Ąrfe und Schuppungsverteilung wie die T├Ąubinnen. Der Schuppungsreinheit ist immer Aufmerksamkeit durch Z├╝chter und Preisrichter zu schenken. Auch muss die Eisfarbe in den Bereichen Kopf, Hals, Nacken, Keil und Oberschwanz genau in Augenschein genommen werden. Hochrassige Vertreter sind immer eine Augenweide auf den Schauen und ein Ergebnis von gro├čem Z├╝chterflei├č.

Belatscht porzellanfarbige Eistauben

Belatschte porzellanfarbige Eistauben werden nun schon einige Jahre auf den Hauptsonderschauen gezeigt. Ein Farbspiel zwischen zarter, heller Eisfarbe, Porzellanfarbe im Schild mit sch├Âner, dreieckiger Schuppungsverteilung und scharfem Saum ist das Zuchtziel. Die Schwingenfarbe und Schwanzbinde soll m├Âglichst dunkel sein, so dass sich auch die wei├čen Spiegelpunkte kontrastreich darauf absetzen.

Insgesamt m├╝ssen die geforderten Merkmale noch auf breite Basis gebracht werden. Individuelle Rassevertreter zeigen schon beachtliche Zuchterfolge. Im Fu├čwerk liegt noch Verbesserungspotenzial. Die Porzellanfarbigen werden nur von sehr wenigen Idealisten gez├╝chtet.

Belatscht schwarzbindige Eistauben

Vor zwei bis drei Jahrzehnten waren die belatscht schwarzbindigen Eistauben quantitativ und qualitativ f├╝hrend. Leider sind sie in den vergangenen Jahren seltener geworden. In den letzten Schau- und Zuchtwartberichten ist immer zu lesen, dass eine breitere Zuchtbasis w├╝nschenswert und notwendig ist.

Die Latschen stellen bei diesem Farbenschlag keine gro├čen Probleme dar. Dennoch muss auf eine aufliegende Latschenfeder geachtet werden. Ebenso zeigen sich manchmal einseitige Aufhellungen in der Latschenbinde, die nicht deutlicher werden d├╝rfen. Auf ein dunkle Schnabelfarbe ist zu achten. Auch bei den Belatschten sollen die Binden m├Âglichst getrennt und langgezogen sein. Die Bindenf├╝hrung darf nicht zackig sein oder auf dem R├╝cken zusammenlaufen. Die Schwung- und Schwanzbindenfarbe bereitet zurzeit keinen Anlass zur Kritik.

Belatscht geh├Ąmmerte Eistauben

Figur, Stand und Haltung sowie Latschen sind gr├Â├čtenteils in Ordnung. Bez├╝glich des Hauptrassemerkmals, der H├Ąmmerung, k├Ânnen noch nicht die gleichen Ma├čst├Ąbe der Glattf├╝├čigen zur Beurteilung herangezogen werden. Die z├╝chterische Herausforderung liegt wie bei allen Eistauben in einer m├Âglichst dunklen Zeichnungsfarbe, ohne die Eisfarbe in Kopf und Hals zu vernachl├Ąssigen. Diesbez├╝glich werden sich wohl immer W├╝nsche ergeben. Unsaubere Hals- und Nackenfarbe wurden in der Vergangenheit teilweise mit sehr viel Fingerspitzengef├╝hl toleriert und in der Wunschspalte notiert. Pfeffrige und rostige Hals- und Nackenfarbe lassen allerdings keine Wunschformulierungen zu. Derzeit stehen die belatscht Geh├Ąmmerten auf guter Basis, sodass die Anspr├╝che hinsichtlich einer reinen Eisfarbe gestiegen sind.

100-Jahre-Jubil├Ąum

Im Jubil├Ąumsjahr findet unser traditionelles Pfingsttreffen im Hotel Elsterblick in Elsteraue-Tr├Âglitz mit Jahreshauptversammlung statt. Die Jubil├Ąums-Hauptsonderschau ist am 16. und 17. November 2024 in Erlensee-Langendiebach geplant. Zur Bundessiegerschau in Leipzig pr├Ąsentieren sich unsere Eistauben vom 6. bis 8. Dezember 2024 zur Rasse des Jahres im BDRG. Wer Interesse an Eistauben oder einer Mitgliedschaft im Sonderverein der Eistaubenz├╝chter hat, ist herzlich willkommen und kann sich gerne an den Vorsitzenden J├╝rgen Sohl (sohl5@aol.com) oder den 2. Vorsitzenden Dr. Jens Herbert (jens.herbert@gmx.net) wenden. Weitere Informationen und Kontaktdaten finden sie auf unserer Homepage www.eistauben-revue.de.

Dr. Jens Herbert

2. Vorsitzender im SV der Eistaubenz├╝chter