Barnevelder und Zwerg-Barnevelder: Rassen des Jahres 2023

Barnevelder & Zwerg-Barnevelder

Rassen des Jahres 2023 im BDRG - SV feiert 100jÀhrigres JubilÀum

Mit fließenden Linien, einzigartiger Zeichnung und dem braunen Ei begeistern die beiden Rassen nun schon seit einem Jahrhundert viele ZĂŒchter in ganz Europa. Mit EinfĂŒhrung der neuen FarbenschlĂ€ge in blau-braundoppeltgesĂ€umt und vor allem dem jungen Farbenschlag in silber-schwarzdoppeltgesĂ€umt widmen sich seit jĂŒngster Zeit auch viele Frauen der Rasse mit der einzigartigen Zeichnung. Die beiden Eigenschaften Leistung und Schönheit sind in der Zucht der Barnevelder und Zwerg-Barnevelder vereint wie in keiner anderen Rasse ĂŒberhaupt. Als Zweinutzungsrasse liefern sie Eier und mit ihren sehr guten Eigenschaften einen fleischigem Schlachtkörper. So haben sie viele begeistere ZĂŒchter und Hobbyhalter. Ihre FrohwĂŒchsigkeit, ein frĂŒhzeitiger Legebeginn mit fĂŒnf Monaten und ein erster langer Legeintervall sorgen fĂŒr weitere Begeisterung. Die Barnevelder haben ihren Ursprung bereits in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in der Gegend um Barneveld, einem kleinen Dörfchen in der Provinz Gelderland in den Niederlanden. Als reine hollĂ€ndische ZĂŒchtung entstanden sie aus LandhĂŒhnern, speziell mit dunkelbrauen, starkschaligen Eiern und rauhfĂŒĂŸigen Langschan, RhodelĂ€ndern, Cochin, Gold-Wyandotten und Indischen KĂ€mpfern. Auf Grund der beschriebenen Leistungseigenschaften und der WiderstandsfĂ€higkeit fand die HĂŒhnerrasse nach ihrer EinfĂŒhrung neben ihrem Ursprungsland Holland schnell in England und Deutschland viele AnhĂ€nger. Auch mit der EinfĂŒhrung der weiteren Wirtschaftsrassen nach dem zweiten Weltkrieg hat diese Rasse ihre Fans nicht verloren, nein, statt dessen auch immer wieder neue Liebhaber und ehrgeizige ZĂŒchter gefunden, die die Rasse formlich und farblich bis in unsere Neuzeit  hin verbesserten und dabei den Leistungsgedanken der Rasse nie vernachlĂ€ssigten. Die Barnevelder sind ein klassisches Zwiehuhn asiatischen Typs und verkörpern heute fast hundert Jahre spĂ€ter eine legefreudige und fleischige HĂŒhnerrasse.  Das zeigt auch das Gewicht der Tiere. Es liegt beim Hahn zwischen 3,0 und 3,5 kg und bei der Henne von 2,5 bis 2,8 kg. Man muss aber sagen, dass das Aussehen der Tiere in punkto RumpflĂ€nge und der Abschlussbreite bei allen FarbenschlĂ€gen in den letzten Jahrzehnten einer reinen, deutschen WeiterzĂŒchtung zuzuschreiben ist. Der hollĂ€ndische Standard weicht in diesen Punkten doch etwas mehr vom deutschen Standard ab. Die Barnevelder sind in sieben FarbenschlĂ€gen zugelassen. Der Ursprungsfarbenschlag ist der Braun-schwarzdoppeltgesĂ€umte.

Zuerst kommt die Form, dann erst die Farbe

So gilt bei allen FarbenschlĂ€gen dieser Rasse immer der Grundsatz „Form vor Farbe, Zeichnung und Kopfpunkten“. Umso wichtiger ist es, dass ZĂŒchter und Preisrichter insbesondere auf die exakte Ausbildung der Oberlinie bei der Zusammenstellung ihrer Zuchttiere bzw. bei der Bewertung achten. So sollte eine rassetypische „Barnevelder-Oberlinie“ immer ihren tiefsten Punkt nach dem Halsbehang und vor den LĂ€ufen zeigen. Die RĂŒckenlinie verlĂ€uft anfangs nur leicht und im weiteren Verlauf  deutlich hohler ohne Unterbrechung ĂŒber den mittellangen RĂŒcken und endet dann mit dem Schwanzabschluss, welcher auf  Kopfhöhe liegen sollte. Der frĂŒher hĂ€ufig gebrĂ€uchliche Ausdruck von der Lyraform gehört lĂ€ngst der Vergangenheit an. Die Barnevelder sind ein recht vollrumpfiges, mittelhoch gestelltes Huhn. Die volle Unterlinie, unterstĂŒtzt durch Brust und Legebauch bei der Henne, steht mit im Vordergrund. Dazu ist auch auf eine waagerechte Körperhaltung mit straffer FlĂŒgellage zu achten. Dies gilt besonders bei den HĂ€hnen. Die stolze Legeleistung von ca. 180 StĂŒck pro Jahr mit einem Bruteigewicht von mindestens 60g ist beachtlich. Die LĂ€ufe werden rein gelb bei allen FarbenschlĂ€gen gefordert. Lediglich bei den doppeltgesĂ€umten und schwarzen Hennen wird ein leichter dunkler Anflug im Fußwurzelbereich toleriert. Ein mittelhoher Stand verleiht Eleganz und ein dazu deutlich sichtbarer Schenkel ist natĂŒrlich von Vorteil. Die RinggrĂ¶ĂŸe ist beim Hahn die GrĂ¶ĂŸe 20 und bei der Henne GrĂ¶ĂŸe 18.

FrohwĂŒchsiges Zwiehuhn

Generell kann man sagen, dass das Barnevelderhuhn wie auch die Zwerg-Barnevelder fĂŒr Einsteiger bzw. ZuchtanfĂ€nger gut geeignet sind. An die Stallung bzw. Haltung stellen sie keine großartigen Bedingungen. Auch wenn das Huhn die Möglichkeit hat und auf einen ausreichend großem GrundstĂŒck gehalten wird, sucht es sich sein Futter zum großen Teil selbst. Will man die Tiere nur zum Legen halten, freuen sich diese auch ĂŒber die einen oder anderen Speisereste aus der heimischen KĂŒche. Mit Legemehl am Morgen und etwas Körnerfutter am Abend sind sie zufrieden. Will man mit der Zucht beginnen, reicht eine StammgrĂ¶ĂŸe von 1,3 bis 1,5 Tieren. Man muss lediglich wissen, dass die Tiere keinen Bruttrieb mehr haben und somit ihre Eier nicht selber ausbrĂŒten. Dieses geschieht dann rein im Brutapparat und mittels kĂŒnstlicher WĂ€rmequelle. Die Eier sind kunstbrutfest  und Schlupfraten von 90-94 % sind keine Seltenheit. Die Bruttemperatur sollte in den ersten Tagen nicht zu kĂŒhl sein und um die 37,8 Grad bei 60% Luftfeuchte betragen. Zum Schlupf ist die Temperatur auf 37,5 Grad abzusenken und die Luftfeuchte auf 80 % zu erhöhen.  Nicht erschrecken, wenn der Schlupf nicht schon am 19. Tag beginnt - BarnevelderkĂŒken und die der Zwerge schlĂŒpfen immer erst am 21. Und 22. Bruttag. Die FĂŒtterung der KĂŒken erfolgt mit handelsĂŒblichem KĂŒkenstartermehl oder kleinerem Presskorn. Zugaben von zerkleinerten Möhren, Brennnesseln und GrĂŒnzeug wird sehr gerne aufgenommen und fördert das Wachstum. Es ist ratsam die Tiere am ersten Tag gegen Marek und am 5. Tag gegen Kokzidiose grundzuimmunisieren, sind die heranwachsenden Jungtiere in der 5.-8. Lebenswoche doch fĂŒr diese Erkrankungen leicht empfĂ€nglich. Die Befiederung erfolgt rasch und auf die WĂ€rmequelle kann je nach Witterung und Temperatur nach 4-5 Wochen verzichtet werden. Zum Beringen sollte man die Jungtiere nach Geschlechtern trennen und spĂ€testens zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal nach Ausschlussfehlern selektieren. Der Hahn trĂ€gt die RinggrĂ¶ĂŸe 20 und die Henne die RinggrĂ¶ĂŸe 18. Da die Jungtiere sehr frohwĂŒchsig sind und die Hennen bei einer eiweißreichen FĂŒtterung schon Anfang des 5. Monats mit dem Legen beginnen, ist zu empfehlen, die Junghennen mit einem eiweiĂŸĂ€rmeren Futter zu fĂŒttern. Die Junghennen sollten ruhig 6 Monate Zeit haben, um ihren Rumpf und Legebauch in Ruhe auszubilden. Dieses danken sie dann mit wesentlich grĂ¶ĂŸeren Eiern. Die JunghĂ€hne brauchen 8 Monate bis sie ihre Schönheit mit einem breiten Abschluss und einem schönen abgedeckten Übergang zeigen. Auf Grund ihrer Vorfahren sind RangkĂ€mpfe in der Junghahngruppe nicht selten, hier mĂŒssen gegebenenfalls Schritte unternommen werden, dieses zu unterbinden. Bei etwas Licht und Legemehl in den Wintermonaten sind die Barnevelder gute Winterleger, auch bei niedrigen Temperaturen. Auf ein trockenes Stallklima ist zu achten, um Erfrierungen an Kamm und Kehllappen zu vermeiden.

Sieben FarbenschlĂ€ge sorgen fĂŒr Abwechslung bei den Barneveldern

Die Barnevelder sind Stand FrĂŒhjahr 2023 in den FarbenschlĂ€gen braun-schwarzdoppeltgesĂ€umt, braun-blaudoppeltgesĂ€umt, silber-schwarzdoppeltgesĂ€umt, dunkelbraun, schwarz, weiß und blau anerkannt. Der braun-schwarzdoppeltgesĂ€umte Farbenschlag ist dabei der meist verbreitetste. So sind auf den Bundesschauen der letzten Jahre Kollektionen zwischen 60-90 Tieren zu sehen. Zu den letztjĂ€hrigen Deutschen Barnevelderschauen waren auch schon mehr als 130 Tiere gemeldet. Auf Rang zwei der Beliebtheit steht seit gut zwei Jahren der schwarze Farbenschlag dicht gefolgt von den Weißen, die sonst in den Vorjahren immer stark prĂ€sent waren. Obwohl auf den Bundesschauen nur kleinere Kollektionen von 10-15 Tieren zu sehen sind, sind diese zu den Hauptsonderschauen immer mit rund 40 Tieren prĂ€sent. Die Braun-blaudoppeltgesĂ€umten haben auf Grund ihrer Spalterbigkeit und des dadurch höheren Aufwandes einen kleineren ZĂŒchterkreis, genau wie der dunkelbraune Farbenschlag. Beide FarbenschlĂ€ge sind in den letzten fĂŒnf Jahren stark in den Zuchten geschrumpft. Hier benötigen wir dringend neue Mitstreiter, die sich dieser Aufgabe stellen, diese FarbenschlĂ€ge wieder mehr zu verbreiten und den Zuchtstand dadurch weiter zu verbessern. Laut Tierbestandserfassung 2021 sind im BDRG derzeit 284 Zuchten von Barneveldern gelistet.

Blick in den aktuellen Zuchtstand der Großen

Heute wird ein rassetypischer Barnevelder maßgeblich durch die RumpflĂ€nge, Rumpfbreite und Rumpftiefe, aber auch von der Schwanzansatzbreite und Abschlussbreite bestimmt. Alles was derzeit, egal ob HĂ€hne oder Hennen, spitze und schmale AbschlĂŒsse zeigt, hat im AusstellungskĂ€fig und im Zuchtstamm nichts verloren. In punkto Rumpfbreite und KörperlĂ€nge gibt fast keine Zuchten mehr, die hier nicht die Standardanforderungen erfĂŒllen. Die Rumpftiefe gilt es weiter in den Zuchten zu festigen. Passen die Formparameter, werden die Tiere mit Punkten ĂŒber 95 belohnt. Alle Spitzentiere der letzten Jahre zeigten dies schon in Perfektion. Dazu muss der Abschluss breit aus dem Körper kommen, wenn man diesen im seitlichen Profil sieht. Die richtige Breite wird hier durch parallellaufende Steuern unterstrichen und lĂ€sst das Tier elegant mit fließenden Lienen wirken. Diese Rassemerkmale zeigen die Braun-schwarzdoppeltgesĂ€umten wie auch die weißen und jetzt auch die schwarzen Barnevelder am besten. Auf die Kopfpunkte wird bei allen FarbenschlĂ€gen viel Wert gelegt. Allgemein haben sich aber die schönen breit angesetzten, tief geschnittenen Zacken durchgesetzt. Die Kammfahne soll der Nackenlinie folgen, ohne dabei aufzuliegen. So gibt es in diesem Punkt selten Anlass zu Kritik. Jedoch ist auf faltige und zu lange oder vorn aufgeklappte Kehllappen zu achten, was auch PunktabzĂŒge mit sich bringt. Die Augenfarbe bereitet keine Schwierigkeiten. Sie ist orangerot. Die Ohrlappen werden rot durchblutet verlangt. Tiere, die zu viel Emaille zeigen (nicht zu verwechseln mit OhrblĂ€sse), scheiden fĂŒr Zucht und Ausstellung aus.
Der Paradefarbenschlag sind die braun-schwarzdoppeltgesĂ€umten Barnevelder. Wie schon vorab erwĂ€hnt zeigen die braun-schwarzdoppeltgesĂ€umten die rassigsten Vertreter. Jedoch haben die HĂ€hne in diesem Farbenschlag oft Probleme mit einer gut abgedeckten Sattelpartie wie auch zu lockerer FlĂŒgelhaltung. Letztere soll fest und waagerecht am Körper getragen werden. Bei einer mangelhaften Übergangsabdeckung liegen oft verschiedene GrĂŒnde vor. Diese reichen von noch zu unfertigem Gefieder bis hin zum stark ĂŒberzogenen und kantigen Übergang. Dieses muss genau analysiert und mit den nötigen PunktabzĂŒgen je nach Fall bedacht werden. Bei der Farbe ist auf eine gleiche Hals- und Sattelfarbe zu achten. Rein schwarze wie auch stark unterschiedliche Behangfarben bei den HĂ€hnen sind Fehler und fĂŒhren zur Note gut. Die Binden- wie auch die Brustzeichnung zeigen die fĂŒhrenden Zuchten fast perfekt. Bei den Hennen ist darauf zu achten, dass die Tiere eine breite Feder zeigen, in dem sich Doppelsaum und Zeichnungsfarbe gleichbreit zeigen. Auf einem zu breiten Außensaum wie auch auf ein fehlendes, inneres Zeichnungsfeld sind acht zu geben. Zeigt eine Henne schon einen Dreifachsaum in der BĂŒrzel- und seitlichen Schwanzdeckfeder, bleibt dieses unberĂŒcksichtigt bei der Bewertung. Die Lauffarbe der HĂ€hne sollte kompromisslos gelb sein. Bei den Hennen sind stark angelaufene LĂ€ufe nicht zu tolerieren. Dieses ist je nach AusprĂ€gung mit PunktabzĂŒgen zu ahnden.
Beim braun-blaudoppeltgesĂ€umten Farbenschlag sind Form und Farbe gleich der der braun-schwarzdoppeltgesĂ€umten Barnevelder zu setzen. Die Zeichnungsfarbe ist statt schwarz eben blau. Hier gilt es zukĂŒnftig auf die richte blaue Grundfarbe zu achten. Wir fordern ein dunkles Taubenblau, einer zu hellen bzw. schon grauweißen Grundfarbe ist entgegenzuwirken. Gleiches gilt fĂŒr einen zu schwarzen Halsbehang beim Hahn. Bei den Hennen hat sich in den letzten beiden Jahren eine EinfachsĂ€umung in RĂŒcken- und Sattelbereich eingeschlichen. Hier hatten wir schon Hennen in frĂŒheren Jahren gesehen, die bis zum Abschluss hin schön blau-doppeltgesĂ€umt waren. Dieses gilt es wieder zu erreichen.
Bei den Silber-schwarzdoppeltgesĂ€umten Barneveldern ist die Grundfarbe silberweiß. Auf Grund des noch sehr jungen Farbenschlags können an die Grundfarbe und den Zeichnungsanlagen in Hals, Sattel und dem Doppelsaum auf Decken, RĂŒcken und BĂŒrzel noch keine zu hohen Zeichnungsanforderungen gestellt werden. Es gilt zuerst eine reine silberne Grundfarbe in den Zuchten zu festigen. Eine leicht cremefarbige Grundfarbe ist als Wunsch nach einem reinen Silber auf der Bewertungskarte unter WĂŒnsche zu platzieren. Eine braune oder gar chamoisfarbige Grundfarbe muss als Mangel und g 92 geahndet werden. Ob die Decken, der Sattel und der Halsbehang etwas mehr Silber oder ehr etwas dunkler erscheinen muss zurzeit noch geduldet werden. Sind die gezeigten Rassevertreter in den Hauptrassemerkmalen von Form, Kopf, Stand, Lauffarbe und der Abschlussbreite ĂŒberragend, können die HĂ€hne hier ruhig mit der Note hv und V bedacht werden. Die DoppelsĂ€umung bei der Henne im RĂŒcken, Brust und den seitlichen Schwanzdeckfedern macht derzeit noch die meisten Probleme.  Zerrissene SĂ€umung, Einfachsaum oder gar BĂ€nderung ist hier anzutreffen. Auf einen lackreichen Saum ist auch zukĂŒnftig Wert zu legen, manche Hennen wirken hier duff und matt. Weiße Kehle oder stark weiß mellierte Oberköpfe bei den Hennen sind nicht gewĂŒnscht und erhalten Punktabzug unter sg 93.
Unsere dunkelbraunen Barnevelder sollen im Mantelgefieder dem Farbton der Zeichnungsfarbe der Braun-schwarzdoppeltgesĂ€umten entsprechen. Die Zeichnung entspricht einer leicht verĂ€nderten Columbiazeichnung. Der Halsbehang sollte mit einer schaftstrichartigen Zeichnung im ganzen Halsbereich bei Hahn und Henne versehen sein. Eine Tropfenzeichnung ist anzustreben und wird bei der Bewertung bevorzugt. Die Armschwingen werden je zur HĂ€lfte in Schwarz und Braun gewĂŒnscht und die Handschwingen Schwarz mit braunen Einlagerungen. Die Steuerfedern und die Besichelung sind schwarz mit reichlich GrĂŒnglanz. Sichtbares Weiß in den Hauptsicheln und stark ungleichmĂ€ĂŸiges Mantelgefieder, auch schwarze Einlagerungen in diesem Bereich, werden als grober Fehler geahndet. Die ZĂŒchterbasis bei den dunkelbraunen ist zurzeit leider gering. Es werden auf den Schauen nur wenige Tiere gezeigt. Vor allem das Körpervolumen mit entsprechender LĂ€nge und Breite ist zu verbessern. Auch hier sind ZĂŒchter, die sich diesem Farbenschlag widmen wollen, herzlich willkommen.
Die schwarzen Barnevelder sind herrlich anzusehen mit ihrem grĂŒnglĂ€nzenden Gefieder und den gelben LĂ€ufen. Auch in der Form können sie jetzt sehr gut mit den Braun-schwarzdoppeltgesĂ€umten mithalten. Die ZĂŒchter dieses Farbenschlages haben hier in den letzten vier Jahren Enormes geleistet. Die in der Vergangenheit recht kleinen Tiere mit zu wenig Masse sind mittlerweile in der Minderheit. Bei den HĂ€hnen hat sich die Sattelbreite und die FĂŒlle der Schwanzeindeckung mit Nebensicheln stark verbessert. Zu verbessern bzw. zu festigen ist noch eine tiefere vorgewölbte Brustpartie. Die Hennen brillieren durch ansprechende Formen, Federbreite und GrĂŒnglanz. Die gelbe Lauffarbe mit ansprechender BeinlĂ€nge ist ebenfalls gefestigt. Durch intensives Austauschen von Zuchttieren hat sich ein immer einheitlicheres, homogeneres Bild bei den Schauen ergeben. Rumpfbreite, Masse und RumpflĂ€nge mit breiten AbschlĂŒssen und ausreichend langen Steuerfedern sind in der Zucht sehr gut verankert.
Die weißen Barnevelder sind in Form und GrĂ¶ĂŸe sehr ausgeglichen. Auch in der Lauffarbe und den Köpfen hat man hier keine großen AusfĂ€lle in der Zucht. Nur auf die exakte Oberlinienausrundung mit tiefem Punkt nach dem Sattelbehang, vor den LĂ€ufen und einer hohlansteigen Oberlinie zum Abschluss hin ist zu achten und nur hier kann man die Unterschiede zu den New Hampshire finden.
Unsere blauen Barnevelder haben nur wenige ZĂŒchter. Auf eine reine gleichmĂ€ĂŸige Grundfarbe ohne Saum ist zu achten. Weiß in Sichel und Schwingenfedern ist genauso fehlerhaft wie braune Farbeinlagerungen im Mantelgefieder bei den Hennen. In der Form können die Tiere noch in der RumpflĂ€nge und an Masse deutlich zulegen und so ist hier noch sozusagen Luft nach oben.

Zwerge formvollendet und mit vielen Zuchten prÀsent.

Die Geschichte unserer Zwerg-Barnevelder ist eine ganz andere. Als reine deutsche ZĂŒchtung wurden sie schon kurz nach der EinfĂŒhrung der Großrasse 1922 in Deutschland erzĂŒchtet und wurden im Jahr 1927 auf einer Ausstellung zum ersten Mal gezeigt. Keiner hĂ€tte am Anfang gedacht, dass diese Zwergrasse einmal eine so große Verbreitung finden wĂŒrde. So ist es keine Seltenheit, dass zu VZV-Schauen oder Nationalen ĂŒber 300 Tiere gezeigt werden. Der erste Farbenschlag war der Braun-schwarzdoppeltgesĂ€umte, der nicht zuletzt u.a. durch Einkreuzungen von gold-schwarzgesĂ€umten Zwerg-Wyandotten und fasanenbraunen Indischen Zwerg-KĂ€mpfern entstand. Die Zwerg-Barnevelder sind ein recht vollrumpfiges, mittelhoch gestelltes Zwerghuhn. Die volle Unterlinie, unterstĂŒtzt durch Brust und Legebauch, steht mit im Vordergrund. Dazu ist auch auf eine waagerechte Körperhaltung mit straffer FlĂŒgellage zu achten. Dies gilt besonders bei den 1,0. Dass die Rasse zu den wirtschaftlichsten Zwergen gehört, beweist ihre Legeleistung mit ca. 150 StĂŒck pro Jahr und einem Bruteigewicht von mindestens 40g. Die LĂ€ufe werden rein gelb bei allen FarbenschlĂ€gen gefordert. Lediglich bei den doppeltgesĂ€umten und schwarzen Hennen wird ein leichter dunkler Anflug im Fußwurzelbereich toleriert. Ein mittelhoher Stand verleiht Eleganz und ein dazu deutlich sichtbarer Schenkel ist natĂŒrlich von Vorteil. Heute wird ein rassetypischer Zwerg-Barnevelder maßgeblich durch die Schwanzansatzbreite und Abschlussbreite mitbestimmt. Die Zeit der 3 Finger breiten AbschlĂŒsse ist lĂ€ngst vorbei. Alles was heute, egal ob es HĂ€hne oder Hennen sind, spitze und schmale AbschlĂŒsse zeigt, hat im AusstellungskĂ€fig und im Zuchtstamm nichts verloren. So muss der Abschluss breit aus dem Körper kommen, wenn man diesen im seitlichen Profil sieht. Die richtige Breite wird hier durch parallellaufende Steuern gezeigt. Verpönt sind nach untenstehende bzw. stark in sich verdrehte, horizontal stehende Steuerfedern. Gerade bei den 1,0 ist auf letztes besonders zu achten, da hier die Steuerfedern von der vollen Besichelung abgedeckt werden. Auch auf die Kopfpunkte wird viel Wert gelegt. Die noch vor Jahren groben, nicht zwerghaft wirkenden Kopfpunkte gehören lĂ€ngst der Vergangenheit an. Gezeigt werden durchschnittlich zwergenhafte KĂ€mme mit einem festen Kammblatt und gleichmĂ€ĂŸig gezacktem Kamm mit 4-6 Zacken. Allgemein haben sich aber die schön breit angesetzten, tief geschnittenen Zacken durchgesetzt. Die Kammfahne soll der Nackenlinie folgen, ohne dabei aufzuliegen. Die Augenfarbe bereitet in allen FarbenschlĂ€gen keine Schwierigkeiten. Sie ist fast immer orangerot. Zu helle und zu dunkle Augen sind fehlerhaft. Die Ohrlappen werden rot durchblutet verlangt. Tiere, die zu viel Emaille zeigen (nicht zu verwechseln mit OhrblĂ€sse), scheiden fĂŒr Zucht und Ausstellung aus. Wenn wir ĂŒber den Zuchtstand bei den Zwergen reden, mĂŒssen hier ĂŒber formvollendete Zuchten in den FarbenschlĂ€gen, braun-schwarzdoppeltgesĂ€umt, braun-blaudoppeltgesĂ€umt, schwarz und weiß reden. Breite, tiefe Körper und der entsprechenden Rumpf- und RĂŒckenlĂ€nge haben zahlreiche Zuchten bei ihren Tieren perfekt vereint. Dazu kommen ein mittelhoher Stand, breite AbschlĂŒsse und harmonisch wirkende Kopfpunkte und eine satte, gelbe Lauffarbe. Wenn dazu die HĂ€hne noch eine gut gerundet Brusttiefe mit straffer FlĂŒgellage zeigen, muss man das anstandslos anerkennen und kann mit ruhigen Gewissen sagen: „ZĂŒchterherz was willst du mehr?“ Die Gewichte belaufen sich beim Hahn zwischen 1,2 und 1,4 kg und bei der Henne1,2 bis 1,1 kg. Die RinggrĂ¶ĂŸe ist beim Hahn die GrĂ¶ĂŸe 15 und bei der Henne die GrĂ¶ĂŸe 13. Heute werden die Zwerg-Barnevelder in den FarbenschlĂ€gen braun-blaudoppeltgesĂ€umt, silber-schwarzdoppeltgesĂ€umt, dunkelbraun, schwarz, weiß und kennfarbig gezĂŒchtet. In der BDRG Zuchttierbestandserfassung 2021 sind 665 Zuchten gelistet.

Blick auf den Zuchtstand in den einzelnen FarbenschlÀgen bei den Zwerg-Barneveldern

Wunderschön sieht natĂŒrlich die Farbe der doppeltgesĂ€umten FarbenschlĂ€ge der Zwerge, egal ob in braun-schwarz, silber-schwarz oder braun-blau aus. Hier gelten die gleichen Farbanforderungen wie bei der Großrasse.
Der Paradefarbenschlag ist der Braun-schwarzdoppeltgesĂ€umte, an die Tiere in diesem Farbenschlag werden höchste MaßstĂ€be angesetzt um in PunkterĂ€nge von ĂŒber sg 95 zu gelangen. Beim 1,0 ist eine reine, gelbe Lauffarbe ein Muss. Bei den 0,1 wird eine reine gelbe Lauffarbe gewĂŒnscht, wobei einige dunkle Farbeinlagerungen im Fußwurzelbereich zu tolerieren sind. Jedoch ein völlig schwarz angelaufener bzw. ĂŒber die HĂ€lfte mit vielen Schwarzpigmenten versehener Lauf, lĂ€sst keine sg-Note zu. Gerade die HĂ€hne haben in diesem Farbenschlag der Zwerge immer noch mit beuligen KammblĂ€ttern und leichten faltigen Kehllappen im Ansatz zu kĂ€mpfen. Hier muss abgewogen werden, ob als Wunsch oder als Mangel das Ganze Beachtung bei der Bewertung findet. Die ideale Farbe bei den HĂ€hnen wĂŒrde ich als dunkles Braun beschreiben. Hier sind die HĂ€hne mit einer mahagonifarbigen Hals-Sattelfarbe klar den mit einer helleren Hals-Sattelfarbe zu bevorzugen. Wichtig ist dabei das die Hals- und Sattelfarbe gleichmĂ€ĂŸig ist. Eine rein schwarze Halsfarbe ist genauso fehlerhaft wie eine rein schwarzes Sattelgefieder oder beides. Nach der StandardĂ€nderung 2019 ist die Brustfarbe jetzt mit mehr oder weniger viel brauner Zeichnungsanlage zulĂ€ssig. Das heißt, auch eine rein schwarze Brustfarbe ist zulĂ€ssig, wie eben auch rein schwarze, grĂŒn glĂ€nzende Binden. Lediglich eine zu stark glattschig wirkende Brust- und Schenkelzeichnung wird mit Punktabzug geahndet. Auf GrĂŒnlack in SĂ€umung und dem Abschluss ist großer Wert zu legen. Starke violette und messingfarbige Einlagerungen gelten als Fehler. Bei den Hennen wĂŒnschen wir uns eine schöne, grĂŒn glĂ€nzende, gleichbreite DoppelsĂ€umung im gesamten Mantelgefieder. Auf schwarze Farbeinlagerungen im braunen Zeichnungsfeld ist zu achten. Genau wie auf eine zerrissene innere SĂ€umung. Einfachsaum und stark moosige Farbeinlagerungen vor allem im Sattel ist zu strafen. Die seitlichen Schwanzdeckfedern sind nach Standard gezeichnet. Wir sollten hier keine ĂŒbertriebene Zeichnungsanforderungen an eine perfekte DoppelsĂ€umung in diesen Bereich abverlangen. Zeigt sich ein Tier in Perfektion, dann freuen wir uns natĂŒrlich.
Die braun-blaudoppeltgesĂ€umten Zwerge haben ihren festen Liebhaberkreis gefunden. Die Spitzentiere sind auch hier formvollendet. In der Zeichnungsfarbe haben wir uns auf ein gleichmĂ€ĂŸiges taubenblau festgelegt, das mal etwas dunkler oder heller ausfallen darf, aber bitte gleichmĂ€ĂŸig. Die HĂ€hne haben auf Grund des aufgehellten Farbfaktors oft mit sichelweiß zu kĂ€mpfen. So werden viele formvollendete HĂ€hne durch dieses fĂŒr das Ausstellen leider unbrauchbar, was die ZĂŒchter aber nicht davon abhalten sollte, diese fĂŒr die Zucht einzusetzen. Die Hals-Sattelfarbe wirkt dunkelblau bis Samtschwarz. GrĂŒnlack in diesem Bereich wie auch im Schwanz fĂŒhrt zum Aus fĂŒr die Ausstellung und in der Zucht. Mit den bei der Zucht anfallenden schmutzig weißen Tieren kann man in der Weiterzucht in der Verpaarung mit reinerbigen braun-schwarzdoppeltgesĂ€umten Tieren sehr gute Ergebnisse in der Farbe erzielen.
Die silber-schwarzdoppeltgesĂ€umten Zwerge haben formlich in den letzten drei Jahren enorme Fortschritte gemacht. Gerade bei den HĂ€hnen sehen wir jetzt schon die richtigen Formen mit freiem Stand und ausreichend RumpflĂ€nge verbunden mit breiten und nicht zu kurz wirkenden Steuerfedern. Der typischen Barnevelderform mit genĂŒgend RumpflĂ€nge, voller Unterlinie und der nötigen Abschlussbreite gilt es zukĂŒnftig weiter Aufmerksamkeit zu schenken, um diese Rasseeigenschaften weiter in den Zuchten zu festigen. Gleiches gilt auch fĂŒr die SteuerfederlĂ€nge, wenn wir hier elegante Tiere zeigen wollen. Ein noch breiterer ZĂŒchterkreis wĂ€re förderlich. Ob bei den HĂ€hnen die Decken, der Sattel und der Halsbehang etwas mehr sailber oder ehr etwas dunkler erscheint muss zurzeit noch geduldet werden. Sind die gezeigten Rassevertreter in den Hauptrassemerkmalen von Form, Kopf, Stand, Lauffarbe und der Abschlussbreite ĂŒberragend, können die HĂ€hne hier ruhig mit der Note hv und V bedacht werden. Unsere Hennen brauchen in diesem Farbenschlag unbedingt noch mehr Rumpftiefe und KörperlĂ€nge. Die Oberlinie und eine ausgerundete Unterbrust sind in allen Zuchten bereits gut vorhanden. Unbedingt ist auf eine breitere und lĂ€ngere Steuerfeder bei den Hennen hinzuzĂŒchten. Die grĂ¶ĂŸten Probleme bereitet momentan die silberweiße Grundfarbe wie auch die DoppelsĂ€umung bei der Henne im RĂŒcken, Brust und den seitlichen Schwanzdeckfedern. Zerrissene SĂ€umung, Einfachsaum oder gar BĂ€nderung ist hier noch sehr oft anzutreffen. Auf einen grĂŒn glĂ€nzenden Saum ist zukĂŒnftig mehr Wert zu legen, manche Hennen wirken hier duff und matt. Weiße Kehle oder stark weiß mellierte Oberköpfe bei den Hennen sind nicht gewĂŒnscht und erhalten Punktabzug unter sg 93. Die Lauffarbe ist bei den HĂ€hnen gelb gefordert und wird auch immer gezeigt, lediglich bei den Hennen in einigen Linien ist auf eine intensivere Lauffarbe mehr Wert zu legen.
Die dunkelbraunen Zwerge haben seit gut fĂŒnf Jahren einen festen ZĂŒchterkreis gefunden. Ihren Ursprung haben sie aus den dunkelbraunen Barneveldern, welche aus der Großrasse entstanden sind. Die Mantelgefiederfarbe soll dem Farbton der Zeichnungsfarbe der doppeltgesĂ€umten entsprechen. Die gezeigte Unterart der Columbiazeichnung bringt mit sich, dass Hals, Sattel und Schwingen gezeichnet sind. So ist der Halsbehang bei Hahn und Henne mit einer schwarzen schaftstrichartigen, keinesfalls zu tief in die Feder reichenden Zeichnung versehen. Anzustreben ist eine Tropfenzeichung, die bei der Benotung bevorzugt wird. Die Zeichnung soll, im Gegensatz zu anderen columbiafarbenen Rassen, (New Hampshire) im ganzen Halsbereich verteilt sein und kann bis zum Kopf reichen. Die Handschwingen werden schwarz mit braunen Farbeinlagerungen gezeigt, wogegen die Armschwingen hĂ€lftig schwarz und braun sind. Die Steuerfedern und die Besichelung sind schwarz mit reichlich GrĂŒnglanz. Sichtbares weiß in den Hauptsicheln und stark ungleichmĂ€ĂŸiges Mantelgefieder, auch schwarze Einlagerungen in diesem Bereich, werden als grober Fehler geahndet.
Sattschwarze Farbe mit kĂ€fergrĂŒnem Glanz wird bei den schwarzen Zwergen gefordert und wird auch in einer breiten Zuchtbasis gezeigt. Deswegen hat dieser Farbenschlag gerade in den letzten Jahren einen großen Liebhaberkreis gefunden. Auf Grund der Tatsache, dass durch Fehlen der Zeichnung die Zucht doch vermeintlich einfacher ist, werden an Form, Farbe, Kopfpunkte und der Lauffarbe höchste AnsprĂŒche gestellt. Als grobe Fehler wird glanzloses oder mattes Mantelgefieder geahndet. Genauso fehlerhaft sind violette bzw. bronzefarbige Einlagerungen in den Federn des Schwanzes, der Binden oder im Mantel. Zeigt ein Tier sichtbares Sichelweiß bzw. Schilf in den Schwingen, kann dieses nicht mehr als die Note b 90 erhalten. Abschließend bleibt noch zu erwĂ€hnen, dass in punkto Lauffarbe auch bei den schwarzen Zwergen hohe Anforderungen gestellt werden. Die HĂ€hne mĂŒssen eine rein gelbe Lauffarbe bedingungslos zeigen. Bei den Hennen ist eine leichte schwarze Farbeinlagerung im Bereich der Fußwurzeln zulĂ€ssig, wirkt die Lauffarbe komplett rauchig angelaufen, ist das zu viel und diese Tiere erhalten kein sg mehr.
Bei den weißen Zwerg-Barneveldern werden höchste AnsprĂŒche an die Form, die Kopfpunkte und die Farbe gestellt. Die Lauf- und Schnabelfarbe wird rein gelb in beiden Geschlechtern gefordert. Die Gefiederfarbe ist rahm- bis silberweiß, ohne gelben Anflug. Das Gefieder soll, wie auch bei den schwarzen, straff getragen wegen. Unbedingt wichtig ist bei diesem Farbenschlag die Einhaltung der rassetypischen Oberlinie, will man hier den Unterschied zu den Zwerg-New-Hampshire wahren. Es gilt immer: „Der tiefste Punkt in der RĂŒckenlinie befindet sich direkt nach dem Halsbehang und muss vor den LĂ€ufen liegen.“
Die kennfarbigen Zwerg-Barnevelder zĂ€hlen seit gut drei Jahren zu den Sorgenkindern bei den Zwergen. Mit der Zucht im Sonderverein beschĂ€ftigen sich gerade eine Hand voll von ZĂŒchtern. Hoffen wir, dass dieser Farbenschlag wieder mehr Freunde in der ZĂŒchterschaft erhalten wird. Gerade durch die zahlreichen Einkreuzungen unterschiedlichster Rassen seit der Anerkennung 1988, um die gewĂŒnschte Form zu festigen, ist die Streuung in diesem Farbenschlag in Form und Farbe noch sehr groß. Der Hahn ist auf Brust, Bauch, Schenkel, Schwingen und Schwanz sowie im Untergefieder grau gesperbert. Der Halsbehang wird rötlich gelb, mit grauen Schaftstrichen und weißgrauer Querstreifung gefordert. Der Sattelbehang wird in der Farbe etwas goldiger als der Halsbehang gefordert und zeigt die gleichen Zeichnungsanlagen wie der Halsbehang. In RĂŒcken, Schultern und FlĂŒgeldecken wird ein goldroter Ton mit angedeuteter Sperberung angestrebt. Armschwingen sind innen grau und außen gelbweiß gewellt. Die Steuerfedern sind wie das Bauch- und Schenkel-Flankengefieder grau gesperbert. Die Henne zeigt, wie die kennfarbigen Italiener, eine rebhuhnfarbige Grundfarbe mit feiner Rieselung, grau gesperberte Zeichnung mit leichter Flockung. Leichter Rost ist gestattet. In der Halsbehangfarbe ist ein grauer Schaftstrich im goldfarbigen Grundton verankert. Jede Feder zeigt eine grau-weiße Quersteifung. Die Brust ist lachsfarbig. Die Handschwingen sind dunkelgraubraun mit schwarzer Rieselung, wogegen die Armschwingen reinbraun mit schwarzer Rieselung gezeigt werden. Bauch, Schenkel, Flanken und das Schwanzgefieder sind graubraun mit angedeuteter Sperberung. Hier ist noch viel Zuchtarbeit zu leisten vor allem im korrekten Aufbau des Schwanzes beim Hahn mit breiten Steuerfedern und einer korrekten geschlossenen Lage der Steuern und in der SteuerfedernlĂ€ge und -breite bei den Hennen. Auch ist noch viel Zuchtarbeit bei den Kopfpunkten bei Hahn und Henne erforderlich.
Die blauen Zwerg-Barnevelder stehen kurz vor der Anerkennung. Seit vielen Jahren beschĂ€ftigen sich einige ZĂŒchter bereits mit diesem Farbenschlag. Seitdem sich der Sonderverein in Absprache mit den ErzĂŒchtern regelmĂ€ĂŸig austauscht, haben die Tiere in diesem Farbenschlag enorme Fortschritte in der Form und Farbe erfahren. Als AOC-Farbenschlag wurden sie in den letzten drei Jahren zur den Hauptsonderschauen von mehreren ZĂŒchtern prĂ€sentiert, mit Erfolg. In den Hauptrassemerkmalen und der Farbe sind diese sehr ausgeglichen und typhaft. Bleibt nur zu hoffen, dass in 2023 dieser Farbenschlag in den NeuzĂŒchtungen prĂ€sentiert werden kann und dieser vom BZA dann anerkannt wird.

100 Jahre Sonderverein - JubilÀumsfestveranstaltung und JubilÀumsschau

Der Sonderverein fĂŒhrt derzeit fast 600 ZĂŒchter in seinen Reihen, die sich mit der Zucht von Barneveldern und deren Zwergen beschĂ€ftigen. Auch der Austausch mit den hollĂ€ndischen ZĂŒchtern wird seit mehreren Jahren stark gefördert. Eine Beteiligung von deutschen ZĂŒchtern auf hollĂ€ndischen Schauen und umgekehrt fördert die Zuchtarbeit in beiden LĂ€ndern ungemein. Das JubilĂ€um soll gebĂŒhrend gefeiert werden. Den Start macht die JubilĂ€umsfestveranstaltung vom 18. - 21. Mai 2023 im thĂŒringischen Luisenthal, zu welcher die Mitglieder und alle Interessierten recht herzlich eingeladen sind. Die aktiven ZĂŒchter dieser Rasse freuen sich im JubilĂ€umsjahr 2023 des SV auf ihre 48. Deutsche Barnevelder- und Zwerg-Barnevelderschau in Velen in Westfalen. Der Termin ist vom 13. - 15. Oktober 2023, zu welcher ĂŒber 500 Zwerg-Barnevelder und 300 Barnevelder erwartet werden. Weitere SonderprĂ€sentationen sind zu den Bundesschauen in Leipzig, Hannover und Erfurt geplant.

Auf der SV-eigenen Homepage www.sv-barnevelder.de können jederzeit umfangreiche Infos zur Rasse, ĂŒber die SV-Arbeit und ZĂŒchterkontakte eingesehen werden. NĂ€here Informationen erteilt ihnen auch der 1. Vorsitzende des Sondervereins Manfred MĂŒller, Lindenstr. 6, 57334 Bad Laasphe, Tel 02752/ 507841.

Martin Backert
2. Vorsitzender des SV