Jahresberichte

Das Jahr 2021 begann mit dem langersehnten Abschluss des Bauvorhabens der Sanit├Ąranlage f├╝r Besucher. Durch eine gro├čz├╝gige Spende der Sparkasse Neuss in 2020 konnte das Projekt umgesetzt werden. Leider blieb der erste Test der neuen Sanit├Ąranlage am Tag der offenen T├╝r aus, da die Veranstaltung erneut coronabedingt abgesagt werden musste.

Erfreulicherweise konnten wir die Sitzung der Stiftung f├╝r Gefl├╝gelwissenschaft am 18. Juli durchf├╝hren. Hier wurde vor allem ├╝ber aktuelle Projekte am Wissenschaftlichen Gefl├╝gelhof des BDRG (WGH) und die zuk├╝nftige Ausrichtung der Stiftung gesprochen. Im Vorstand der Stiftung gab es zudem einen personellen Wechsel. Das Vorstandsmitglied Herr Prof. Dr. Markus Freick ist aus pers├Ânlichen Gr├╝nden zur├╝ckgetreten. Neu im Vorstand ist nun Frau Privatdozentin Dr. Julia Mehlhorn von der Heinrich-Heine-Universit├Ąt D├╝sseldorf, Institut f├╝r Anatomie I, Arbeitsgruppe Netzwerkanatomie des Gehirns. Sie hat das Amt der Vorstandssprecherin ├╝bertragen bekommen. Frau Dr. Mehlhorn hat in den Jahren 2003 bis 2006 am WGH ihre Doktorarbeit angefertigt. Hierbei hat sie mit Landenten mit Haube gearbeitet, welche von Motorkoordinationsst├Ârungen (torkeln, schwanken, auf den R├╝cken fallen) betroffen sein k├Ânnen. Sie entwickelte den Umdrehtest, der dazu dient besonders stark betroffene Tiere zu identifizieren, um sie anschlie├čend von der Zucht ausschlie├čen zu k├Ânnen. Die angefertigte Doktorarbeit konnte einen Umschwung in der Landentenproblematik erwirken. Aktuell betreut Frau Dr. Julia Mehlhorn gemeinsam mit Herrn Prof. Karl-Heinz S├╝dekum von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit├Ąt Bonn, Institut f├╝r Tierwissenschaften, Abteilung f├╝r Tierern├Ąhrung, Frau Saskia Neukirchen, die sich ebenfalls mit der Landentenproblematik besch├Ąftig. So schlie├čt sich der Kreis wieder. Wir sind froh, Frau Dr. Mehlhorn f├╝r das neue Amt gewinnen zu k├Ânnen. Sie war einst Studentin bei Herrn Prof. Gerd Rehk├Ąmper, der den WGH mit initiiert und viele Jahre geleitet hat. Sie kennt die Einrichtung bereits vom ersten Spatenstich an und hat eine starke pers├Ânliche Verbindung zum WGH. Vor ihrer Wahl in den Vorstand war sie im Kuratorium der Stiftung beratend t├Ątig. Der frei gewordene Platz im Kuratorium wurde mit Frau Prof. Gesine L├╝hken von der Justus-Liebig-Universit├Ąt Giessen, Institut f├╝r Tierzucht und Haustiergenetik, besetzt. Sowohl im Landentenprojekt als auch im Projekt zur Kurzbeinigkeit kooperiert Frau Prof. Gesine L├╝hken bereits mit dem WGH. Ihre genetische Expertise ist eine sehr gute Erg├Ąnzung zur verhaltensbiologischen Ausrichtung des WGHs.

Neben der Stiftung konnte auch Juwira im September seine Jahreshauptversammlung am WGH durchf├╝hren. Juwira unterst├╝tzt den WGH schon seit 2004, indem einzelne Projekte nach vorheriger Beantragung finanziell gef├Ârdert werden. In diesem Jahr hat Juwira das Projekt von Frau Johanna Gentz unterst├╝tzt. Frau Johanna Gentz studiert Tiermedizin an der Ludwig-Maximillians-Universit├Ąt M├╝nchen und hat sich im Rahmen eines 8-w├Âchigen Praktikums mit den Unterschieden von Naturbrut und Kunstbrut bei H├╝hnerk├╝ken besch├Ąftig. Dabei war f├╝r sie das Verhalten, das Wachstum und der Gesundheitsstatus von besonderem Interesse. Sie hat interessante Ergebnisse in Bezug auf das Ruhe- und Aktivit├Ątsverhalten sowie das Wachstum finden k├Ânnen. Ein ausf├╝hrlicher Bericht hierzu wird in K├╝rze ver├Âffentlicht.

Wie schon erw├Ąhnt, besch├Ąftigt sich Frau Saskia Neukirchen nach ihrer Masterarbeit auch in ihrer Doktorarbeit erneut mit der Untersuchung von Landenten. In diesem Jahr hat sie gezielte Verpaarungen an zuvor im MRT an der Universit├Ąt Gie├čen getesteten Tieren vorgenommen. Dadurch wei├č sie genau, ob und wie stark die Elterntiere durch einen Fettk├Ârper im Gehirn, mit Bezug auf die Nachkommen, betroffen sind. Zus├Ątzlich hat sie weitere Verhaltenstest entwickelt, die sie im kommenden Jahr an den Tieren anwenden m├Âchte, da der Umdrehtest alleine m├Âglicherweise nicht aussagekr├Ąftig genug ist und auch erst

Abbildung 1: Der ausgebildete Preisrichter, Lars Diekmannshenke, hilft bei der Auswahl der richtigen Tiere f├╝r das Projekt.

ab einem Alter von 18 Lebenswochen durchgef├╝hrt werden kann. Au├čerdem ist ihr aufgefallen, dass neben den Motorkoordinationsst├Ârungen auch andere neuronale Bereiche wie z.B. Sehen und H├Âren eingeschr├Ąnkt sein k├Ânnen. Deswegen sollen neben dem Umdrehtest ein Pupillenreflex-, ein H├Âr- und ein Futteraufnahmetest sowie ein Lernexperiment und eine Stressanalyse ├╝ber den Kot der Tiere erfolgen.

Abbildung 2: Zwerg-Paduaner, eine spannende H├╝hnerrasse an der es noch viel zu forschen gibt.

Frau Christin Brabender konnte in diesem Jahr ihre Bachelorarbeit erfolgreich an der Heinrich-Heine-Universit├Ąt D├╝sseldorf abschlie├čen. Im Rahmen ihrer Arbeit hat sie sich ausf├╝hrlich mit der Rasse Zwerg-Paduaner besch├Ąftigt. Der Hintergrund ihrer Arbeit war die Sichtfreiheit dieser haubentragenden H├╝hnerrasse zu untersuchen und ob ein Zusammenhang mit der Protuberanz (kn├Âcherne Sch├Ądelaufw├Âlbung, auf welcher die Haube sitzt) besteht. Um dies zu ├╝berpr├╝fen, wurden von ihr zwei Verhaltensexperimente durchgef├╝hrt, eines zur Futteraufnahme und eines zur Orientierung. Zus├Ątzlich wurden noch Freilandbeobachtungen gemacht, um den Einfluss der Federhaube auf das Normalverhalten der Tiere bewerten zu k├Ânnen. Alle drei Experimente wurden mit denselben Tieren und unter drei verschiedenen Sichtbedingungen (Haube intakt, Haube beschnitten, Haube komplett weggeschnitten) durchgef├╝hrt, um m├Âgliche Ver├Ąnderungen im Verhalten der Tiere feststellen zu k├Ânnen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich durch das Beschneiden oder komplette Wegschneiden der Haube das Verhalten der Tiere in Bezug auf die Futteraufnahme, die Orientierung und das Normalverhalten verbessert. Die deutlichsten Ver├Ąnderungen im Verhalten wurden dabei mit komplett weggeschnittener Federhaube festgestellt. Auch wurde deutlich, dass das Geschlecht und der Farbenschlag einen Einfluss auf die Ergebnisse hatten. Jedoch bleibt in diesem Zusammenhang auch zu erw├Ąhnen, dass h├Ąufig Einzeltiere und nicht eine ganze Gruppe betroffen sind. Dies macht noch einmal deutlich, dass die Rasse Zwerg-Paduaner in H├Ąnde von erfahrenen Z├╝chtern geh├Ârt, welche ihre Tiere gut im Blick haben. Zuvor angefertigte R├Ântgenaufnahmen zeigten auf, dass bei einem Teil der Tiere anstatt der Protuberanz eine noch nicht eindeutig identifizierte, bindegewebsartige Struktur auftreten kann. Den Unterschied zwischen Protuberanz und ebenjener Struktur zu ermitteln, ist Gegenstand weiterer Forschungen. Ein ausf├╝hrlicher Bericht hierzu wird in K├╝rze erscheinen. Wer sich schon jetzt n├Ąher informieren m├Âchte, kann auf unserer Homepage unter dem Reiter Forschung, abgeschlossene Projekte und dem Jahr 2021, die komplette Bachelorarbeit von Frau Christin Brabender einsehen.

Abbildung 3: Deutsche Lachsh├╝hner in der Legeleistungserfassung am WGH.

Ebenfalls erfolgreich konnte Herr Mario Lamers seine Masterarbeit an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit├Ąt Bonn im Bereich Tierwissenschaften abschlie├čen. Herr Lamers hatte schon seine Bachelorarbeit am WGH angefertigt und sich hierbei mit der Taubenrasse Stargarder Zitterhals besch├Ąftigt. Das Thema seiner Masterarbeit war eine Aufarbeitung der Geschichte der Legeleistungspr├╝fung von H├╝hnern in Deutschland. Neben vielen interessanten Erkenntnissen und Anekdoten, dienen diese Erkenntnisse auch dazu, die seit 2018 am WGH durchgef├╝hrte Legeleistungspr├╝fung weiter zu verfeinern. Die Arbeit wird in K├╝rze auf unserer Homepage einzusehen sein.

Abbildung 5: Arne Kutsche, der sein Freiwilliges ├Âkologisches Jahr am WGH macht, f├╝hrt eine Eiqualit├Ątspr├╝fung durch.

Abbildung 4: Deutsche Zwerg-Lachsh├╝hner in der Legeleistungserfassung am WGH.

Im Jahr 2021 konnten die Rassen Deutsche Lachsh├╝hner und Deutsche Zwerg-Lachsh├╝hner ihre Legeleistungserfassung abschlie├čen. Bei den Deutschen Lachsh├╝hnern beteiligten sich 8 Z├╝chter, welche insgesamt 191 Bruteier an den WGH sandten. Die Deutschen Lachsh├╝hner begannen in der 22. Lebenswoche mit dem Legen. In der einj├Ąhrigen Legeleistungserfassung legte eine Henne durchschnittlich 132 Eier. Im Rassestandard wird die j├Ąhrliche Legeleistung mit 150 Eiern angegeben. Das durchschnittliche Gewicht der Eier lag mit 61,1 g deutlich ├╝ber dem im Standard angegebenen Gewicht von 55 g. Bei den Deutschen Zwerg-Lachsh├╝hnern beteiligten sich 13 Z├╝chter mit insgesamt 271 Bruteiern. Die Hennen begannen in der 19. Lebenswoche mit dem Legen und legten durchschnittlich 97 Eier im Jahr, was deutlich hinter der im Rassestandard angegebenen Legeleistung von 135 Eiern pro Jahr liegt. Das durchschnittliche Eigewicht lag bei 42,6 g und damit leicht ├╝ber dem im Rassestandard geforderten Gewicht von 40 g. Wir freuen uns, dass die Legeleistungserfassung um eine Eiqualit├Ątspr├╝fung erweitert werden konnte. Das daf├╝r ben├Âtigte Equipment konnte ├╝ber die Stiftung f├╝r Gefl├╝gelwissenschaft angeschafft werden. Ein herzlicher Dank gilt auch dem Sonderverein Deutscher Lachshuhn- und Zwerg-Lachshuhnz├╝chter von 1910 und allen Z├╝chtern, die das Projekt tatkr├Ąftigt unterst├╝tzt haben. Alle ausf├╝hrlichen Ergebnisse zur diesj├Ąhrigen Legeleistungspr├╝fung k├Ânnen auf der Homepage des WGH unter dem Reiter Forschung, Rubrik Legeleistungserfassung eingesehen werden. Die Ergebnisse der Deutschen Lachh├╝hner und Zwerg-Lachsh├╝hner finden sie in K├╝rze unter den Jahren 2020/21. Neu in der Legeleitungserfassung sind die Amerikanischen Leghorn und die kommerzielle Legelinie Lohman Selected Leghorn.

Da in den letzten Jahren die Forschung an Tauben etwas zu kurz gekommen ist, w├╝rden wir uns freuen, wenn Sie sich mit Themenvorschl├Ągen aus dem Bereich der Verhaltensbiologie an uns wenden w├╝rden. Wir freuen uns immer, wenn die Projekte von der Z├╝chterschaft angesto├čen werden.

Neu initiiert wurde in diesem Jahr die Interessengemeinschaft ÔÇ×Seltene RassenÔÇť, die sich aus dem BDRG Pr├Ąsidenten Herrn Christoph G├╝nzel, dem Vorstandsmitglied der Stiftung f├╝r Gefl├╝gelwissenschaft Herrn Prof. Siegfried Becker, dem Tierschutzbeauftragten des BDRG und WGH Herrn Dr. Michael G├Âtz und der Leiterin des Wissenschaftlichen Gefl├╝gelhof des BDRG Frau Dr. Mareike Fellmin zusammensetzt. Derzeit wird als aktuelle ÔÇ×Rote ListeÔÇť im BDRG die ÔÇ×Liste alter einheimischer Rassen in DeutschlandÔÇť der Bundesanstalt f├╝r Landwirtschaft und Ern├Ąhrung (BLE) ├╝bernommen. Nach derzeitiger Definition werden auf dieser Liste nur diejenigen Rassen gef├╝hrt, welche die derzeitige Definition erf├╝llen: ÔÇ×Als einheimische Gefl├╝gelrassen werden solche Rassen definiert, die auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland vor 1930 entstanden sind oder vor diesem Zeitpunkt nachweislich in diesem Gebiet gez├╝chtet wurden und die einen landwirtschaftlichen Nutzen haben oder hatten. Dabei werden nur diejenigen urspr├╝nglichen Farbenschl├Ąge in der Liste gef├╝hrt, die schon vor 1930 in Deutschland gez├╝chtet wurden.ÔÇť Einige Rassen die auf die Liste geh├Âren w├╝rden, sind auf ihr nicht zu finden, da sich seinerzeit die Sondervereine f├╝r eine Aufnahme bem├╝hen mussten. Wurde dies nicht initiiert, wird die entsprechende Rasse nicht gef├╝hrt. Die Bewerbung einer Rasse erfolgt ├╝ber den Arbeitskreis Kleintiere im Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen. N├Ąheres zu dem Arbeitskreis finden sie unter dem folgenden Link: www.genres.de/fachgremien/fachbeirat-tiergenetische-ressourcen/arbeitskreis-kleintiere/. Derzeit wird die aktuelle Definition f├╝r die Aufnahme auf die Liste ├╝berarbeitet. Daher werden momentan keine neuen Rassen mehr auf die Liste aufgenommen. Wir hoffen, dass sich dies zeitnah ├Ąndert. Die Interessengemeinschaft m├Âchte sich nicht nur den landwirtschaftlich genutzten Rassen widmen, sondern versteht auch andere Rassen als kulturelles Erbe, welches gesch├╝tzt und erhalten werden muss. Denn der BDRG ist allen Rassen, unabh├Ąngig von deren Nutzung, verpflichtet. Derzeit wird erarbeitet, ob und wie die BDRG interne Liste erweitert wird.

Abbildung 6: Sumatra, die Rasse des Jahres 2021.

Gerade an der H├╝hnerhaltung ist das Interesse in den letzten Jahren enorm gestiegen. So konnte der WGH wieder Tiere, Bruteier und K├╝ken an Interessierte abgeben. Eine sch├Âne Werbung war es auch, die Rasse des Jahres, die Rasse Sumatra, am WGH pr├Ąsentieren zu k├Ânnen. Wir danken Herrn Rademacher daf├╝r, dass er uns einen Zuchtstamm zur Verf├╝gung gestellt hat.

Auch wenn es in der derzeitigen Situation eine Herausforderung ist aktive ├ľffentlichkeitsarbeit zu betreiben, ist in diesem Jahr vieles geschehen. Seit einiger Zeit werden wieder, gemeinsam mit dem angrenzenden Landwirtschaftsmuseum, Kinderf├╝hrungen durchgef├╝hrt. Zus├Ątzlich wird aktuell ein neuartiges Kinderprogramm f├╝r Schulen erarbeitet, welches unter den Aspekten von Nachhaltigkeit und Umweltschutz die Themen Tierhaltung, Kunst, Imkerei, Ern├Ąhrung, Botanik und Wasserwirtschaft miteinander verbindet. Initiatoren des Projektes ist die K├╝nstlerin und Gr├╝nderin der Creativ-Help GmbH Frau Bertamaria Reetz und der WGH. Das Projekt soll im kommenden Fr├╝hjahr starten und sich im ersten Schritt vor allem an Schulklassen von F├Ârderschulen und sp├Ąter an weitere Kindergruppen richten. Das Projekt wird vom Rhein-Kreis Neuss unterst├╝tzt und unser Landrat Hans-J├╝rgen Petrauschke hat ohne zu Z├Âgern eine Schirmherrschaft ├╝bernommen.

Abbildung 7: Ziel des neuen Kinderprojektes ist es, dass Gesehene in Kunst umzusetzen und auf der von der K├╝nstlerin Bertamaria Reetz geschaffenen H├╝hnerskulptur zu verewigen. Die Skulpturen sollen dann versteigert werden. Foto: Reetz

Auch hatten wir das Fernsehen wieder zu Gast am WGH. Das hr-fernsehen drehte vor Ort f├╝r die beiden Formate ÔÇ×Super Huhn, super EiÔÇť und das Wissensmagazin ÔÇ×Alles WissenÔÇť. Zus├Ątzlich wurde ein Interview ├╝ber den Radiosender MDR ausgestrahlt. Ebenso konnte unter Federf├╝hrung des Pr├Ąsidiumsmitglied Herr Steffen Kraus zusammen mit dem WGH eine neue BDRG Brosch├╝re erstellt werden. Diese Brosch├╝re richtet sich vor allem an Nicht-Z├╝chter und soll dazu dienen, neue Mitglieder zu werben und ├╝ber das sch├Ânste Hobby der Welt aufzukl├Ąren.

Wir bedanken uns herzlichst bei allen Freunden und Unterst├╝tzern! Es ist immer wieder beeindruckend, wie vielen Menschen der Wissenschaftliche Gefl├╝gelhof mit seinen menschlichen und tierischen Mitarbeitern am Herzen liegt. Vielen Dank daf├╝r! Ein besonderer Dank gilt der Sparkasse Neuss, durch deren gro├čz├╝gige Spende in 2021 im kommenden Jahr M├Âbel f├╝r unseren Tagungsraum angeschafft werden k├Ânnen.

Wir freuen uns, Sie gesund und munter am 03. April 2022 bei unserem Tag der offenen T├╝r begr├╝├čen zu d├╝rfen!

Wissenschaftlicher Gefl├╝gelhof des BDRG

Das Jahr 2020 war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr. Das einschneidendste Ereignis war mit Sicherheit die beginnende und nach wie vor andauernde Coronapandemie. Diese f├╝hrte dazu, dass die ├ľffentlichkeitsarbeit, ein wesentliches Aufgabengebiet des Wissenschaftlichen Gefl├╝gelhof des BDRG (WGH), nicht wie in den Vorjahren umgesetzt werden konnte. F├╝hrungen jeglicher Art, ob in der Erwachsenen- oder Kinderbildung, Vortr├Ąge und Teilnahmen an Veranstaltungen konnten nicht stattfinden. Auch unser ÔÇ×Tag der offenen T├╝rÔÇť musste in diesem Jahr zu unserem gro├čen Bedauern abgesagt werden.

Daf├╝r und vielleicht gerade deswegen blieb mehr Zeit f├╝r die wissenschaftliche Forschung. So wurden einige interessante neue Projekte auf den Weg gebracht. Andere Projekte konnten mit neuen Ideen weitergef├╝hrt werden und wieder andere befinden sich aktuell in der Planung.

Abbildung 1: Landente mit Haube

Das Jahr 2020 begann direkt mit einem tollen Erfolg. Frau Saskia Neukirchen konnte ihre Masterarbeit an der Universit├Ąt zu K├Âln im Bereich Biologie mit dem Titel ÔÇ×Intracranial Fat Bodies in Crested Ducks (Anas platyrhynchos f. d.) - An insight into the Status Quo of the German Crested Duck Population Concerning Behavioural and Neuro-Morphological AspectsÔÇť (dt.: Intrakranielle Fettk├Ârper bei Landenten mit und ohne Haube (Anas platyrhynchos f. d.) ÔÇô Ein Einblick in den Status Quo der deutschen Landentenpopulation hinsichtlich ethologischer und neuro-morphologischer Aspekte) erfolgreich abschlie├čen. Im Rahmen ihrer Arbeit hat sie die Landentenpopulation hinsichtlich des Vorkommens eines Fettk├Ârpers im Gehirn untersucht. Bei der Entenrasse Landente mit und ohne Haube kann es potentiell zu einer Ausbildung eines Fettk├Ârpers im Gehirn kommen. Je nach Gr├Â├če und Lage des Fettk├Ârpers kann dieser zu Problemen bei den Enten f├╝hren, die sich haupts├Ąchlich in Verhaltensst├Ârungen im Bereich der Motorkoordination zeigen, wie zum Beispiel torkeln oder das auf den R├╝cken fallen der Tiere. Aufgrund dieser tierschutzrelevanten Problematik wurde im Rahmen einer Doktorarbeit am WGH in 2006 von Frau Dr. Julia Mehlhorn, geb. Cnotka, der sogenannte ÔÇ×UmdrehtestÔÇť entwickelt, um eben solche Tiere zu identifizieren. Der Test ist sehr einfach und von jedem Z├╝chter anwendbar, so dass er in die Satzung des BDRGs aufgenommen und dadurch bindend in der Landentenzucht wurde. Frau Neukirchen wollte nun, ├╝ber 10 Jahre nach der Einf├╝hrung des Umdrehtests, ├╝berpr├╝fen, inwieweit sich die Landentenzucht hinsichtlich der Fettk├Ârperproblematik verbessert hat. Daf├╝r wurden am WGH Bruteier von verschiedenen Landentenz├╝chtern ausgebr├╝tet, die K├╝ken aufgezogen, beobachtet und mit dem Umdrehtest ├╝berpr├╝ft. Eine anschlie├čende Pr├Ąparation von 40 Enten gab Aufschluss ├╝ber das Vorhandensein und die m├Âgliche Beschaffenheit des Fettk├Ârpers. Die von einem Preisrichter als zuchttauglich ausgew├Ąhlten 20 Enten wurden in einem MRT untersucht, damit diese Enten anschlie├čend noch in die Zucht gehen konnten. Wir m├Âchten uns in diesem Zusammenhang bei Herrn Prof. Martin Schmidt, Klinik f├╝r Kleintiere, Neurochirurgie, Neuroradiologie und Klinische Neurologie der Justus-Liebig-Universit├Ąt Gie├čen, f├╝r die Zusammenarbeit bedanken. Ein weiterer Dank gilt Frau Prof. Gesine L├╝hken vom Institut f├╝r Tierzucht und Haustiergenetik, Professur f├╝r Haustier- und Pathogenetik der Justus-Liebig-Universit├Ąt Gie├čen, die das Projekt genetisch begleitet.

Als Ergebnis der Masterarbeit von Frau Neukirchen l├Ąsst sich zusammenfassen, dass nach wie vor ein gro├čer Anteil der Enten, 92,5 %, Fettk├Ârper aufweisen. 18,6 % der Tiere hatten sogar gro├če bis sehr gro├če Fettk├Ârper. Abschlie├čend bleibt festzuhalten, dass sich die Landentenpopulation in Hinblick auf die Fettk├Ârperproblematik in den letzten Jahren nicht verbessert hat. Auffallend ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass trotz des hohen Anteils an betroffenen Tieren nur die wenigsten Tiere Probleme aufwiesen. Wenn Sie Interesse an den Ergebnissen der Masterarbeit von Frau Neukirchen haben, k├Ânnen Sie gerne einen Nachdruck bei uns anfordern. Die Arbeit ist in englischer Sprache verfasst. An einer deutschen ├ťbersetzung wird derzeit gearbeitet.

Im Anschluss an ihre Masterarbeit besch├Ąftigt sich Frau Neukirchen jetzt im Rahmen ihrer Doktorarbeit weiter mit der Thematik rund um die Landenten. Dabei bearbeitet sie die folgenden zentralen Fragestellungen: Wie wird der Fettk├Ârper von den Elterntieren auf deren Nachkommen weitervererbt? Welchen Einfluss kann ein vorhandener Fettk├Ârper neben motorischen Einschr├Ąnkungen noch mit sich bringen? Sind Tiere mit Fettk├Ârpern chronisch gestresster als Tiere ohne Fettk├Ârper? L├Ąsst sich ein Bewertungskatalog erstellen, um Tiere mit einer problematischen Hirnanatomie zu identifizieren, um sie dann gezielt von der Zucht ausschlie├čen zu k├Ânnen? Und inwiefern ist das Entengehirn in der Lage, einen vorhandenen Fettk├Ârper zu kompensieren? Wir freuen uns sehr dar├╝ber, dass Herr Prof. Karl-Heinz S├╝dekum vom Institut f├╝r Tierwissenschaften der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universit├Ąt Bonn als Doktorvater die Betreuung der Arbeit ├╝bernehmen wird. Mit der Universit├Ąt Bonn besteht seit 2013 ein Kooperationsvertrag. Zus├Ątzlich ist Herr Prof. S├╝dekum Ratsmitglied in der Stiftung f├╝r Gefl├╝gelwissenschaft.

Abbildung 2: Hahn der Rasse Zwerg-Paduaner

Das Projekt ÔÇ×Untersuchung zur Sichtfreiheit bei haubentragenden Haush├╝hnern in Zusammenhang mit der Ausbildung einer Sch├Ądelprotuberanz am Beispiel der Rasse Zwerg-PaduanerÔÇť ist ebenfalls im Jahr 2020 gestartet. Diesem Thema nimmt sich Frau Christin Brabender in ihrer Bachelorarbeit im Rahmen ihres Biologiestudiums an der Heinrich-Heine-Universit├Ąt in D├╝sseldorf an. ├ťber Verhaltensexperimente m├Âchte sie R├╝ckschl├╝sse auf die Sichtfreiheit bei der haubentragenden H├╝hnerrasse Zwerg-Paduaner ziehen. Dabei untersucht Frau Brabender drei verschiedene Ans├Ątze. Zum einen wird ein Futterexperiement durchgef├╝hrt. Hierf├╝r werden die Tiere f├╝r eine kurze Zeit einzeln untergebracht und es werden zehn Futterk├Ârner in einem festen Muster zum Fressen angeboten. Die Futteraufnahme wird videodokumentiert und anschlie├čend die Pickschl├Ąge gez├Ąhlt, die das jeweilige Huhn zur Aufnahme aller zehn K├Ârner ben├Âtigt. Ein bis zwei Pickschl├Ąge pro Korn sind dabei als normal zu werten. Bei einer deutlichen Erh├Âhung der ben├Âtigten Pickschl├Ąge muss jedoch davon ausgegangen werden, dass das Tier nicht richtig sehen kann.

In einem weiteren Experiment wird die Orientierungsf├Ąhigkeit der H├╝hner in einem sogenannten x-maze oder auch Kreuzgang untersucht. Das Huhn wird in die Mitte der vier G├Ąnge gesetzt und ├╝ber eine Kamera beobachtet. Am Ende eines jeden Ganges wartet eine Futterbelohnung auf das Tier. Kann das Huhn sich gut orientieren besucht es jeden Gang nur einmal bis es alle Futterbelohnungen gefressen hat. Besucht das Huhn G├Ąnge ├Âfter, muss davon ausgegangen werden, dass es sich nicht optimal orientieren kann, was mit einer mangelnden Sichtfreiheit zusammenh├Ąngen kann.

Das letzte Experiment umfasst eine Freilandbeobachtung. Hierbei geht es darum, welches Normalverhalten die Tiere zeigen. Dabei wird die H├Ąufigkeit und die Dauer von Verhaltensweisen wie z.B. der Futteraufnahme, der Interaktionen mit Artgenossen oder dem Ruheverhalten dokumentiert und ausgewertet. Ein besonderes Interesse liegt darauf, ob sich das Verhalten der H├╝hner ver├Ąndert, wenn die Federn der Federnhauben weggeschnitten werden und die Tiere dadurch mehr sehen k├Ânnen.

Auch die Experimente zur Futteraufnahme und zur Orientierung werden mit den Tieren ein weiteres Mal durchgef├╝hrt, nachdem die Federn der Haube beschnitten wurden.

Bei vielen haubentragenden H├╝hnerrassen sitzt die Haube auf einer sogenannten Sch├Ądelprotuberanz, eine kn├Âcherne Sch├Ądelaufw├Âlbung. Es wird vermutet, dass die Auspr├Ągungsst├Ąrke der Protuberanz einen Einfluss auf die Sichtfreiheit der Tiere nimmt. Um die Entwicklung und die Auspr├Ągung der Protuberanz beurteilen zu k├Ânnen, schl├╝pften Anfang des Jahres Zwerg-Paduaner im Institut f├╝r Tierschutz und Tierhaltung am Friedrich-Loeffler-Institut in Celle und verblieben hier die ersten 14 Lebenswochen. In diesem Zeitraum wurde w├Âchentlich eine R├Ântgenaufnahme des Sch├Ądels gemacht. Diese Bilder k├Ânnen dann in Zusammenhang mit den Ergebnissen der Verhaltensbeobachtungen gebracht werden. Ein besonderer Dank gilt hier Frau Dr. Stefanie Petow, die die Zusammenarbeit m├Âglich gemacht hat. Frau Dr. Petow ist seit letztem Jahr Kuratoriumsmitglied der Stiftung f├╝r Gefl├╝gelwissenschaft. Ein weiterer Dank gilt Frau Dr. Julia Mehlhorn von der AG Netzwerkanatomie des Gehirns, Institut f├╝r Anatomie I der Heinrich-Heine-Universit├Ąt D├╝sseldorf. Sie wird im Anschluss des Projektes an einigen Tieren hirnanatomische Untersuchungen vornehmen, die sicherlich noch weitere aufschlussreiche Ergebnisse liefern werden. Frau Dr. Mehlhorn ist ebenfalls seit letztem Jahr im Kuratorium der Stiftung f├╝r Gefl├╝gelwissenschaft aktiv.

Noch ganz am Anfang steht das Projekt ÔÇ×Geschichte und Wiedereinf├╝hrung der Legeleistungserfassung bei Rasseh├╝hnern im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit f├╝r den landwirtschaftlichen Nischenmarkt und der SelbstversorgungÔÇť, welches Herr Mario Lamers im Rahmen seiner Masterarbeit bearbeitet. Vor dem Einzug der Hybridhuhnzucht in der landwirtschaftlichen Legehennenhaltung in den 50er und 60er Jahren, waren H├╝hnerrassen mit guten Legeeigenschaften die einzige M├Âglichkeit, gewinnbringend Eier zu produzieren. Um den Ertrag zu steigern und das Zuchtziel der hohen Wirtschaftlichkeit zu erhalten, wurde Rassegefl├╝gel in gro├č angelegten Legeleistungspr├╝fungen getestet.

Abbildung 3: Mario Lamers mit einer Deutschen Lachshuhnhenne

Diese Pr├╝fungen endeten in Westdeutschland sp├Ątestens in den 1970er Jahren mit dem Wechsel auf leistungsst├Ąrkerer Hybridhennenhaltungen. Die Pr├╝fzentren wurden geschlossen oder auf Hybridhennen umgestellt. In der DDR wurde noch weiterhin Rassegefl├╝gel gepr├╝ft, da die wirtschaftliche Unabh├Ąngigkeit und Eigenversorgung der Bev├Âlkerung mit landwirtschaftlichen Produkten als Staatsziel erkl├Ąrt wurden. Die DDR z├╝chtete zwar eigene Hybridhennen aus Leghornlinien, welche in staatlichen Gro├čbetrieben f├╝r die Versorgung der Bev├Âlkerung mit Eiern sorgen sollten, aber die Angst vor Nahrungsengp├Ąssen und die schlechte Haltung in den Gro├čbetrieben veranlasste die Bev├Âlkerung weiterhin dazu, leistungsstarkes Rassegefl├╝gel zu halten und zu z├╝chten.

Mit dem Ende der DDR kam auch hier die Leistungspr├╝fung f├╝r Rassegefl├╝gel Anfang der 1990er Jahre zum Erliegen. Da sp├Ątestens ab diesem Zeitpunkt die Zuchtziele in der Rassegefl├╝gelzucht weitestgehend auf dem ├Ąu├čeren Erscheinungsbild der Tiere liegen, ist davon auszugehen, dass die ehemaligen wirtschaftlichen Leistungen der meisten Rassen nicht mehr erreicht werden. Das Zuchtbuch des BDRG ver├Âffentlich j├Ąhrlich Ergebnisse aus Leistungserhebungen. Es liegen diesen Werten allerdings keine standardisierte Leistungspr├╝fung zugrunde und die Anzahl der erfassten Zuchten ist sehr gering. Aus diesem Grund wurde die Legeleistungspr├╝fung von Rasseh├╝hnern am WGH wieder ins Leben gerufen.

Im Rahmen der Masterarbeit sollen drei gro├če Teilbereiche untersucht werden.

Der erste Bereich umfasst die Aufarbeitung der Geschichte der Legeleistungspr├╝fung in Deutschland. Anhand einer umfangreichen Literaturrecherche soll gekl├Ąrt werden, welche Testmethoden genutzt, welche H├╝hnerrassen und Herdengr├Â├čen gepr├╝ft und welche Leistungsparameter untersucht wurden. Desweiteren dienen die damaligen Ergebnisse auch als Vergleichswerte zu heutigen Ergebnissen und k├Ânnen Aufschluss dar├╝ber geben, inwieweit sich die Leistungen ver├Ąndert haben. Der zweite Bereich umfasst die

Abbildung 4: Zuchtgruppe Deutsche Zwerg-Lachsh├╝hner am WGH

Untersuchung und Auswertung der aktuellen Legeleistungspr├╝fungen am WGH. Hier werden die gesammelten Ergebnisse laufender und abgeschlossener Legeleistungserfassungen wie Anzahl gelegter Eier, Eigewichte, K├Ârpergewichte und Futterverbrauch analysiert, interpretiert und verglichen. Erg├Ąnzend soll auch die Eiqualit├Ąt gepr├╝ft werden. Der dritte Bereich umfasst Verhaltensbeobachtungen der aktuell zu untersuchenden Tiere, Deutsche Lachsh├╝hner und Deutsche Zwerg-Lachsh├╝hner, und deren Nachkommen. Zum Beispiel das Explorationsverhalten oder Orientierungsverm├Âgen, was Aufschluss dar├╝ber geben kann, inwieweit die Tiere m├Âgliche Ausl├Ąufe, z.B. in der landwirtschaftlichen Haltung, nutzen und ob die Tiere so einen Teil ihrer Nahrung selbst suchen k├Ânnen. Diese Informationen k├Ânnten f├╝r die wirtschaftlich ausgerichtete Haltung durchaus von Interesse sein. Dabei soll auch untersucht werden, ob es einen Zusammenhang im Verhalten adulter und juveniler Tiere gibt.

Ziel der Arbeit ist es einerseits einen m├Âglichst ganzheitlichen ├ťberblick ├╝ber die Historie der Legeleistungserfassung bei H├╝hnern darzustellen. Andererseits sollen die Ergebnisse der aktuellen Legeleistungserfassungen einen ├ťberblick ├╝ber den Status-quo der Leistungen der verschiedenen Rassen geben und aufzeigen, wo die z├╝chterische Arbeit im Bereich der Legeleistung, falls gew├╝nscht, intensiviert werden sollte um den Leistungsangaben der Vergangenheit wieder gerecht zu werden.

Im Jahr 2020 konnte die Legeleistungserfassung bei den beiden Rassen Sulmtaler und Deutsche Zwerg-Langschan abgeschlossen werden. Die j├Ąhrliche durchschnittliche Legeleistung bei der Rasse Sulmtaler pro Henne betrug 142 Eier. Im Rassestandard wird die j├Ąhrliche Legeleistung mit 180 Eiern angegeben. Das durchschnittliche Eigewicht betrug 60,73 g. Das leichteste Ei wog 30,95 g und das schwerste Ei 136,84 g. Insgesamt erreichten 90,8 % der gelegten Eier das Bruteimindestgewicht und 9,2 % der Eier nicht.

Die j├Ąhrliche durchschnittliche Legeleistung bei der Rasse Deutsche Zwerg-Langschan betr├Ągt 101 Eier pro Henne. Im Rassestandard wird die j├Ąhrliche Legeleistung mit 160 Eiern angegeben. Dabei betrug das durchschnittliche Eigewicht 39,4 g. Das leichteste Ei wog 18 g und das schwerste Ei 62,2 g. Insgesamt erreichten 46,2 % der gelegten Eier das Bruteimindestgewicht und 53,8 % der Eier nicht. Die ausf├╝hrlichen Ergebnisse sind  auf der Homepage des WGHs und des BDRGs einzusehen. Aktuell werden die beiden Rassen Deutsches Lachshuhn und Deutsches Zwerg-Lachshuhn am WGH gepr├╝ft.

Ein uns nun schon viele Jahre begleitendes Thema ist das Projekt ÔÇ×Weiterf├╝hrende Untersuchungen zur Kurzbeinigkeit bei verschiedenen H├╝hnerrassenÔÇť. Die kurzbeinigen H├╝hnerrassen Kr├╝per, Zwerg-Kr├╝per und Chabos werden mit diesem Rassemerkmal im Sinne des Tierschutzgesetzes als kritisch angesehen, da hier ein gewisser Anteil der Nachkommen aufgrund der Vererbung der Kurzbeinigkeit absterben soll. Dies wird in der Literatur eindeutig beschrieben. Seit 2016 werden am WGH umfassende Kreuzungsexperimente mit den genannten H├╝hnerrassen durchgef├╝hrt. Die Ergebnisse sind nicht so eindeutig wie in der Literatur beschrieben, vor allem in Bezug auf die hohen Absterberaten der Nachkommen. Um die Sachlage eindeutig und abschlie├čend kl├Ąren zu k├Ânnen bedarf es ausf├╝hrlicher genetischer Untersuchungen, welche Frau Prof. Gesine L├╝hken, die uns bereits im Landentenprojekt unterst├╝tzt, ├╝bernehmen m├Âchte. Hier erhoffen wir uns bald das Geheimnis um den sogenannten ÔÇ×Kr├╝perfaktorÔÇť l├╝ften zu k├Ânnen.

Abbildung 5: Zuchtpaar des roten Kammhuhnes (Bankiva) am WGH

Neben den bereits genannten Projekten ist f├╝r das kommende Jahr noch eine Untersuchung zur Knochenstabilit├Ąt bei H├╝hnern geplant. Durch die enorm hohe Legeleistung bei Legehybridhennen in der wirtschaftlichen Gefl├╝gelhaltung wird im Laufe der Legeperiode ein Teil des Knochenskeletts der Tiere zugunsten der Eierschalenbildung abgebaut. Dies f├╝hrt bei den Hennen zu schmerzhaften Knochenbr├╝chen. Im Rahmen des Projekts soll untersucht werden, wo die physiologische Belastungsgrenze der Tierart Huhn im Hinblick auf eine gesunde Legeleistung liegt. Diese physiologische Grenze ist bei der wirtschaftlichen Legehybridhennenhaltung zweifelsohne ├╝berschritten worden. Um dies in Form von Daten und Fakten greifbar zu machen, sollen im kommenden Jahr im Rahmen der Legeleistungserfassung die Legehybridlinie Lohmann Selected Leghorn (LSL) und aus dem Rassegefl├╝gelbereich die Rasse Leghorn, als eine der Rassen aus denen die LSL erz├╝chtet wurden, gehalten und beobachtet werden. F├╝r den zus├Ątzlichen Vergleich werden rote Kammh├╝hner (Bankiva) als wilde Stammform unserer Haush├╝hner beobachtet. Uns interessiert hierbei neben der Knochenstabili├Ąt auch der Hormonstatus der Tiere sowie deren Verhalten insbesondere in Bezug auf Aktivit├Ąt und Anpassungsf├Ąhigkeit. Abgerundet wird das ganze durch die Untersuchung der Knochen, besonders des Brustbeins am Ende einer einj├Ąhrigen Legeperiode und Unterschiede in der Hirnmorphologie. Dieses Projekt wird in Kooperation mit Frau Dr. Stefanie Petow und Frau Dr. Julia Mehlhorn durchgef├╝hrt, welche uns bereits im Projekt zu den haubentragenden H├╝hnerrassen unterst├╝tzen.

Wir hoffen sehr, dass wir Ihnen unsere spannenden Forschungsprojekte bald wieder pers├Ânlich im Rahmen unserer F├╝hrungen und Vortr├Ąge vorstellen k├Ânnen. Wir schauen optimistisch in die Zukunft und planen unseren Tag der offenen T├╝r f├╝r Samstag, den 8. Mai 2021. Hierzu laden wir Sie alle schon jetzt recht herzlich ein.

Wir danken allen unseren Freunden, Unterst├╝tzern und F├Ârderern, ohne die das Gro├čprojekt ÔÇ×Wissenschaftlicher Gefl├╝gelhofÔÇť nicht umsetzbar und so erfolgreich w├Ąre. Bitte bleiben Sie alle gesund, damit wir uns bald wieder pers├Ânlich treffen oder kennenlernen k├Ânnen.