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Rassegeflügelzucht auf dem Weg zur familientauglichen Perspektive - BDRG und WGH können wertvollen Beitrag leisten

Der BDRG hat investiert und das hat sich gelohnt. Der neue Stand ist rechtzeitig zur Lipsia fertig geworden. In der sächsischen Metropole und danach in Hannover können die Präsidiumsmitglieder am Informationstresen und in den Sitzgruppen Gäste empfangen.

Auch bei der Grünen Woche kommt die Neuanschaffung zum Einsatz. Die Resonanz ist überwältigend. „Super, das macht was her. Repräsentativ, ein würdiger Auftritt für den Verband und den Wissenschaftlichen Geflügelhof“, loben Züchterinnen und Züchter ebenso wie Gäste aus anderen Kleintierverbänden oder aus der Politik.

„Ein Schritt nach vorn, ein Fingerzeig für die Zukunft, eine gute Werbung“, sind sich viele in Sachen Rassegeflügelzucht engagierte Menschen einig. Vorbei ist die Zeit, in der die Öffentlichkeit wenig Notiz vom BDRG und seinem Aushängeschild, dem WGH, bei öffentlichen Auftritten nehmen. Bei der Grünen Woche in der Messehalle 26c in Berlin ist der BDRG-Stand diesmal mittendrin. Die Besucherinnen und Besucher der größten Ausstellung im Bereich Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, die nunmehr zum 85. Mal in der Bundeshauptstadt durchgeführt wird, zeigen großes Interesse an einer zeitgemäßen Tierhaltung und der Biodiversität. Und genau in diesen Bereichen gewinnt die Rassegeflügelzucht immer größere öffentliche Aufmerksamkeit.

In allen Messehallen geht es um gesunde Nahrungsmittel, deren Produktion, um Nachhaltigkeit und natürlich um das Wohl der Nutztiere. Wer kann dies besser garantieren, als die Kleintierzüchter. Geräumige Ställe und Grünauslauf für Puten, Perlhühner, Wassergeflügel, Hühner und Zwerghühner – das ist das, was die Interessenten hören wollen. Große gepflegte Volieren für die Tauben und auch das Ziergeflügel artgerecht untergebracht. „Ihr habt eine eigene wissenschaftliche Abteilung“, staunen Vertreter anderer Verbände. Die Bienenzüchter haben es ebenfalls und feiern damit Erfolge. Dass andere Länder des Europäischen Verbandes inzwischen nach der Arbeit des Teams beim Wissenschaftlichen Geflügelhof nachfragen, spricht für die gute Arbeit die dort geleistet wird.

Am BDRG-Stand in Berlin gibt es in zwei Volieren auch Hühner und eine Glucke mit Küken zu bestaunen. Ein Zuschauermagnet, zumal die dort gezeigten Italiener seltener Farbenschläge auch etwas fürs Auge bieten. „Wo kann ich solche Tiere bekommen“, ist eine ebenso oft gestellte Frage, wie die nach Rassen, die gut legen und einen leckeren Braten abgeben. Zweinutzungshühner stehen bei den meisten, die sich Tiere anschaffen wollen, ganz oben auf der Wunschliste. Für zwei Rassen können wir inzwischen Genaues sagen: Deutsche Sperber und Deutsche Reichshühner haben die Leistungskontrolle beim WGH in Sinstedten durchlaufen. Weitere Rassen folgen. Auch hier wird der richtige Weg beschritten, die Erweiterung des Geländes deshalb eine logische Folge. Die Verhandlungen laufen, zwischen der bisherigen Anlage und der neuen Umgehungsstraße ist Gelände zu haben, der BDRG hat den Fuß in der Tür.

Nicht alle Menschen, die sich Geflügel zulegen, werden Züchter, ebenso wie nicht alle die jedes Jahr dem Verband der Imker beitreten. Mehr Mitglieder bedeutet ein wachsendes Ansehen bei Politikerinnen und Politikern, da diese bekanntlich (nur) auf Wählerstimmen achten. Wächst ein Verband, vergrößert sich auch die Aufmerksamkeit, die diesem entgegengebracht wird. Und hier haben sich viele Vereine im BDRG auf den Weg gemacht. Die Erfahrung zeigt auch, dass aus manchem Halter ein begeisterter Züchter werden kann. Und dann ist da ja auch noch die Umweltbilanz oder anders gesagt, das wachsende Bewusstsein und das Umdenken in der Bevölkerung. Nicht mehr alles, was billig ist, ist für eine wachsende Zahl an Menschen auch gut. Vor dem Hintergrund des rasch voranschreitenden Klimawandels und der zunehmenden Gefährdung des Trinkwassers, wollen nicht wenige ihren Beitrag leisten.

Eigene Hühner oder Zwerghühner sorgen für ein frisches Frühstücksei, die selbst großgezogene Hahn für einen guten Braten. Keine Massentierhaltung, keine langen Transportwege, nur der Gang in den eigenen Garten – das spricht eindeutig für sich. Und der Nachbarn, den heute noch der Hahnenschrei stört, wird vielleicht bald froh sein, sein Ei beim Nachbarn holen zu können. Vision? Vielleicht? Vor dem Hintergrund der sich vollziehenden Veränderungen in der Gesellschaft mit einem steigenden Bewusstsein für mehr Tier-, Umwelt- und Naturschutz und auf dem Weg zu einer enkeltauglichen Perspektive ist es nicht unwahrscheinlich, dass das Engagement der Rassegeflügelzüchter Früchte trägt.

Noch einmal zurück zur Grünen Woche. Nicht nur mit der Präsentation, auch mit dem gemeinsamen Auftritt von BDRG und WGH wird etwas Neues gewagt. Und wie sagt doch das Sprichwort: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wichtig ist, dass wir den Blick nach vorn richten und weiter in die Zukunft investieren. Dabei darf die Investition sicher nicht nur bedeuten, dass Geld in die Hand genommen wird. Wir müssen die Menschen um uns herum überzeugen, dass wir mit unserem Hobby für eine gute Sache, den Erhalt der Biodiversität, den Tier- und Artenschutz sowie eine gute Ernährung arbeiten. Die Grüne Woche ist dabei eine Plattform von vielen, die wir nutzen sollten, um uns gemeinsam für unser Anliegen starkzumachen.

Peter Jahn