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BDRG richtet noch stärkeres Augenmerk auf Tierschutz

Neue Doktorarbeit am WGH | Änderungen bei Schauen

Tierschutz wird beim BDRG schon immer großgeschrieben. Um dies noch stärker nach außen zu zeigen, soll es Änderungen bei den Schauen geben. In einer Telefonkonferenz haben Dr. Mareike Fellmin, Professor Dr. Siegfried Becker, Dr. Michael Götz sowie alle Mitglieder des Präsidiums einstimmig beschlossen: Es wird eine Doktorarbeit finanziell gemeinsam mit JUWIRA unterstützt. Darin geht es um die Auswirkung von möglichen Fettkörpern in Gehirnen von der Entenrasse Landente mit und ohne Haube und weiteren haubentragenden Enten wie z.B. Hochbrutflugenten und Zwergenten mit Haube. Bisher wird davon ausgegangen, dass der Umdrehtest, ein einfacher Verhaltenstest der von jedem Züchter durchzuführen ist, Aufschluss über mögliche Beeinträchtigungen gibt.

Daher wurde dieser Test im Jahr 2011 in die BDRG Satzung aufgenommen und gilt als verbindlich in der Landentenzucht. Um die Wichtigkeit des Umdrehtests weiter zu untermauern und weitere Faktoren wie die Vererbung und die Entwicklung von Fettkörper zu untersuchen, wird dringender Forschungsbedarf gesehen.  In diesem Zusammenhang möchten wir auch noch einmal darauf hinweisen, die Zuchttiere nicht allein nach dem Phänotyp auszusuchen. Allen Beteiligten an der Telefonkonferenz ist klar, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema auch zu einem Ergebnis führen kann, das vor allem im Sinne des Tierschutzes als kritisch anzusehen ist. , Dennoch sind sich die Verantwortlichen einig, dass nur die Wissenschaft den BDRG gegenüber Angriffen von Tierschützern absichern kann, denn nur so kann man mehr über die Rassen erfahren und auch notwendige Veränderungen herbeiführen. Ohne die Doktorarbeit laufen die Züchterinnen und Züchter Gefahr, dass auch andere Rassen als die Landenten mit und ohne Haube in den Fokus kommen und Nachteile zu erwarten sind. Neben dem Tierschutzbeauftragten des BDRGs, Dr. Michael Götz ist auch der  Vorsitzende des SV der Entenzüchter, Paul Erwin Oswald,  in die Projektplanung mit einbezogen worden.

Um die bevorstehende Arbeit durchführen zu lassen, ist ein finanzielles Engagement von JUWIRA und dem BDRG notwendig. Diesem haben sowie JUWIRA als auch das Präsidium einstimmig zugestimmt. Klar ist in diesem Zusammenhang auch, dass von Seiten des BDRG und von JUWIRA auf das Ergebnis der Doktorarbeit keinen Einfluss genommen wird.

Des Weiteren, und dies betrifft auch das Schauwesen, soll bei den Bundesschauen der Obmann für Tier- und Artenschutz vom Richtauftrag freigestellt werden, um sich einzig um Belange des Tierschutzes kümmern zu können. Dazu wird eine Anpassung an die AAB notwendig, auch um dem Obmann Weisungsbefugnis zu übertragen.

Peter Jahn